1000 Flüge ausgefallen
Italien: Landesweite Streiks an Flughäfen
Bei landesweiten Streiks an Flughäfen in Italien am vergangenen Samstag sind ca. 1000 Flüge ausgefallen. Das Boden- und Bordpersonal streikte acht Stunden, paralell streikten die Piloten verschiedener Airlines zwischen vier und acht Stunden.
Betroffen waren rund 250 000 Reisende. Die Sprecherin der Transportarbeitergewerkschaft Filt CGIL, Sara di Marco, warf der Regierung vor, die Tarif-Verhandlungen zu verschleppen. Bereits zwei Tage vorher führten sie einen landesweiten Warnstreik durch. Der faschistoide und rassistische Verkehrsminister Salvini von der Lega, er begrüßt bekanntlich bei Wahlkampfauftritten gerne seine Freunde von der AfD, forderte die Streikenden dazu auf, den „gesunden Menschenverstand“ walten zu lassen, um nicht „Millionen anderer Arbeiter und Touristen“ zu schaden.
Wir kennen diese demagogischen Statements der Herrschenden an kämpfende Belegschaften. Damit schieben sie stets den für ihre Forderungen und Rechte kämpfenden Menschen den Schwarzen Peter zu. Wer schadet hier wem? Den Streikenden ihre Rechte vorenthalten und ihnen dann vorzuwerfen, sie seien für die Folgen verantwortlich, ist demagogisch. Wir kennen das von seinen arbeiterfeindlichen Freunden der AfD hier aus Deutschland.
Am Donnerstag, dem 13. Juli, kam es neben den landesweiten Warnstreiks im Flugverkehr zu einem landesweiten 24-stündigen Bahnstreik. Dazu aufgerufen hatten die Gewerkschaften Filt CGIL, Fit Cisl, Uiltransport, Ugl Ferrovieri, Orsa Ferrovie und Fast Confsal. Sie streikten für „einen angemessenen Einstellungsplan, eine Entlastung bei der Schichtplanung des Personals, die Wiederbelebung des Wartungsssektors und die Wiederherstellung der zentralen Stellung des Vertriebs- und Fahrgastbetreuungsnetzes sowie technologische Investitionen, für die berufliche Weiterbildung und Schulungen für das gesamte Büropersonal“, so die Gewerkschaften von Trenitalia.
Eine Woche zuvor streikten bereits - zuerst in Nord-, dann in Süditalien, die Metallarbeiter. Dieser Aufschwung gewerkschaftlicher, landesweiter Streiks in verschiedenen Branchen ist selbst Ausdruck eines erwachenden, sich stärkenden Klassenbewusstseins auf breiter Front.