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Heiß diskutiert: Die Führungsrolle der marxistisch-leninistischen Partei im Sozialismus

Unsere Einladung zur Gesprächsrunde "Was ist eigentlich Sozialismus und Kommunismus?" stieß auf reges Interesse und traf voll ins Schwarze. Das neue Format mit dem Video begeisterte, weil es kurz, konkret und verständlich die weltanschaulichen Grundzüge des wissenschaftlichen Sozialismus als Übergangsgesellschaft zum Kommunismus lebendig darlegte. Allerdings sprach Lisa für manchen doch etwas zu schnell.

Korrespondenz

Das Video "Was ist eigentlich Sozialismus & Kommunismus?" steht auf der Startseite von Rote Fahne News.

 

Die Hauptauseinandersetzung drehte sich um die im Film angesprochene „Führungsrolle“ der marxistisch-leninistischen Partei im Sozialismus. „Ich bin für den Sozialismus, doch dass eine Partei aufgrund ihrer wissenschaftlichen Theorie das Sagen hat, halte ich für problematisch. Es müssen doch vor allem die Menschen selbst den Sozialismus wollen und aufbauen, das kann nicht befohlen werden“ – so eine Teilnehmerin. Tatsächlich ist das Verhältnis von Partei und Massen im Sozialismus eine ganz entscheidende Frage. Darum entspann sich eine lebhafte Diskussion.

 

Der Sozialismus kann nur durch die bewusste Massenaktion der Arbeiterklasse und ihrer Verbündeten aufgebaut werden, die Initiativen der Massen bekommen breitesten Raum. Doch  ohne revolutionäre Führung geht es nicht, da bei aller Begeisterung der Massen für den Sozialismus die zurückzerrenden Einflüsse der alten kapitalistischen Ausbeuterordnung mit ihrer Denk-, Arbeits- und Lebensweise noch sehr lange nachwirken. Deshalb muss die Arbeiterklasse unter Führung ihrer Partei einen systematischen ideologischen Kampf um die Höherentwicklung des sozialistischen Bewusstseins führen. Ein ehemaliges SED-Mitglied mahnte, dass das nicht nur der Führung überlassen werden darf, sondern jedes Parteimitglied dafür eine Verantwortung trägt, dass Funktionäre nicht abheben. In der revisionistischen SED blieb ihr nur der Austritt.

 

Die Führung der Partei ist auch keine Einbahnstraße nach dem Motto „Die Partei hat immer recht“. Im Gegenteil, muss auch sie sich dem System der Selbstkontrolle der sozialistischen Gesellschaft stellen. Die Selbstorganisationen der Massen wie Gewerkschaften, Umweltverbände, Jugend-, Frauenorganisationen usw. spielen dabei eine besondere Rolle der Kontrolle der Bürokratie und der Denk-, Arbeits- und Lebensweise der Funktionäre in der Leitung der Wirtschaft, des Staats und der Partei. So war der Streik hunderttausender Arbeiter am 17. Juni 1953 in der DDR gegen eine bürokratisch verordnete Plansollerhöhung voll berechtigt. Doch die Führer der SED  ließen ihn militärisch niederschlagen und zogen keine wirklichen Lehren aus dieser Massenkritik der Arbeiter. In Folge wurde auch das Streikrecht der Arbeiter in der DDR gestrichen. Das diskreditierte die Idee des Sozialismus bei vielen Menschen und gibt dem Antikommunismus bis heute Nahrung.

 

Die solidarische Streitkultur und dass auch jeder zu Wort kommen konnte ließ den Wunsch aufkommen, solche Gesprächsrunden öfter zu machen. Wir sind alle schon gespannt auf den nächsten Film.