Veranstaltung im ABZ in Stuttgart
Bergarbeiter, Automobilarbeiter im Kampf um Arbeitsplätze und Umweltschutz
Film, Vortrag und Diskussion der Internationalen Automobilarbeiter-Koordination zur Unterstützung der Bergarbeiter-Konferenz entfalteten eine lebhafte Auseinandersetzung über Alternativen zu zerstörerischem Raubbau der Natur, Überausbeutung der Arbeiter und die Kraft der weltweit organisierten Arbeiter.
Gemeinsam sangen wir „Glück auf, der Steiger kommt“. Das stimmte uns ein auf den Zusammenhalt der Bergleute und ihrer Familien, der bei der gefährlichen Arbeit unter Tage entsteht.
Eine Doku über den Lithium-Abbau in der Atacatama-Wüste in Chile und Kobalt-Schürfung in Erdlöchern im Kongo griff das verlogene Lieferkettengesetz an – wonach angeblich alles nachhaltig und fair ist. Vom faschistischen Zentrum Automobil werden solche Dokus demagogisch zur Hetze gegen die Grünen verwendet, um sich als Retter der Arbeitsplätze bei Verbrenner-Autos aufzubauschen. Doch bei Erdölförderung, Alu- und Stahlgewinnung werden auch Arbeiter und Natur ausgebeutet. Der Bergarbeiterbewegung Kumpel für AUF gelang es in systematischer Arbeit, die Verbundenheit der Bergarbeiter mit der Natur und ihren Kampf um Arbeitsplätze zu vereinen. „Kohle ist viel zu schade um sie zu verbrennen“. Sie schlugen Ersatzarbeitsplätze in der Kreislaufwirtschaft vor und protestieren gegen Giftmüll unter Tage.
Es gibt keine einfachen Lösungen. Es ist ein gesellschaftsverändernder Kampf notwendig gegen die Profitwirtschaft. Jährlich aktuell 70 Mio. und vor Corona 90 Mio. Autos zu bauen, geht in die falsche Richtung. Das öffentliche Verkehrssystem mit Bussen und Bahnen ausbauen zum Nulltarif in Ballungsräumen und Güter auf die Schiene erfordert neue Arbeitsplätze. Wie die Arbeiter und Verbündete eine überlegene Macht werden, da können die Automobilarbeiter von den Bergarbeitern lernen. Im großen Bergarbeiterstreik 1997 musste in der Folge die Kohlregierung abtreten und bewaffnete Bergarbeiter schlugen den faschistischen Kapp-Putsch 1920 nieder.
Über 177 Euro Spenden wurden gesammelt für die Partnerschaft mit zwei südafrikanischen Arbeitern als Delegierte der Bergarbeiterkonferenz. Wir wollen die Visa- und Flugkosten unterstützen. Die deutsche Ausländerbehörde verlangt dazu Verpflichtungserklärungen zur Haftung mit dem Einkommen und Vermögen. Wenn Arbeiter an einer selbstorganisierten Konferenz teilnehmen, muss man sich auf Behinderungen einstellen. Bei Meetings der internationalen Konzerne und der Regierungen gibt es solche Schwierigkeiten nicht.
Das Interesse für die Teilnahme an der Bergarbeiterkonferenz wurde geweckt auch unter kämpferischen Frauen – denn diese Zukunftsfragen gehen uns alle an. Die ersten Brigadisten und Brigadistinnen haben sich gemeldet. Ohne die Übersetzerinnen und Übersetzer, Köche, Organisatoren ist eine finanziell unabhängige Arbeit nicht möglich.
Solche Veranstaltungen sollten wir öfter machen war das Fazit. Zum Ausklang gab es im Bistro des ABZ noch Sommer-Cocktails und Häppchen. Weitere 86 Euro, ein Anteil der Einnahmen des ABZ, gehen auch an die Bergarbeiterkonferenz.