Antifaschistische Demonstration

Antifaschistische Demonstration

Sonneberg: Klares Zeichen gegen Rassismus und Faschismus

Unter dem Motto „Nationalismus ist keine Alternative – für eine lebenswerte Provinz“ ziehen über 400 Demonstranten und Demonstrantinnen am Sonntag durch die Sonneberger Innenstadt. Jung und Alt, eine breite Palette an Organisationen, Parteien (Linke, VVN/BdA, Jusos, Grüne, Bündnis Sonneberg gegen Rechts, Interbündnis / MLPD), und Antifaschisten aus Sonneberg, Coburg, Eisfeld, Jena, Gera, Meiningen, Eisenach ... prägen das Bild.

Korrespondenz

„Wir wollen allen Menschen im Landkreis, die sich im Kleinen oder im Großen gegen die AfD positionieren, Kraft und Mut  geben, um weiter durchzuhalten. Wir treten ein für eine lebenswerte Provinz für ALLE – ohne Nationalismus, Rassismus, Antisemitismus und andere Formen der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit!“ heißt es im Aufruf.

 

Ohne Zweifel war die Demonstration ein wichtiges Signal, im Kampf gegen Faschismus und Rassismus zusammenzurücken. Klar, dass in erster Linie die AfD, diese Wegbereiter des Faschismus, an den Pranger gestellt wurde.

 

Zugleich blieben viele Fragen unbeantwortet, wurden Illusionen geschürt, Ursachen und Hintergründe im Dunkeln gelassen. Null Toleranz den Hetzern von der AfD - ja! Aber  muss das nicht auch für die Maaßen, Merz, Söder und die barbarische Flüchtlingspolitik von EU und Bundesregierung, gelten?

 

Sind denn wirklich die Sonneberger Bevölkerung und die Lokalpolitik die „Schuldigen“, wie es Teile der Demonstranten nahelegen? Haben die  Sonneberger nur mit „ohrenbetäubendem Schweigen“ auf die „rassistische Mobilmachung und Verschwörungsmythen“ reagiert?

 

Sicher nicht! Da ist die Montagsdemo Sonneberg - das Original! Sie zeigt seit 19 Jahren alle zwei Wochen klare Kante. Zahlreiche weitere Kundgebungen, Proteste wurden organisiert.

 

Ja – die völkisch-nationalistische Ideologie der AfD hat unterdessen die Denkweise einer wachsenden Minderheit beeinflusst. Aber diese Denkweise wird systematisch geschürt.

 

„Wir müssen die Demokratie verteidigen“ - das betonen verschiedene Redebeiträge. Man muss aber unterscheiden zwischen Verteidigung der bürgerlich-demokratischen Rechte und Freiheiten und der Unterstützung der herrschenden Verhältnisse.

 

Doch in einigen  Gesprächen wurde auch deutlich – der Kapitalismus gefährdet die Existenz der Menschheit, der Kapitalismus ist die Wurzel des Faschismus. Der  antifaschistische Kampf braucht eine klare Perspektive. Antikommunistische Vorbehalte gilt es zu überwinden und sich für eine breite demokratische Debatte über den echten Sozialismus zu öffnen! Ohne Zweifel auch eine große Herausforderung und Verantwortung für die  Bewusstseinsbildung.

 

„Als Christ musst du auch Sozialist sein“ - das Resümee eines ehemaligen Pfarrers.