Elterninitiative Betreuungnotstand Ludwigshafen
Sie sind den Eltern eine Antwort schuldig
Der folgende Offene Brief ging an die Stadt Ludwigshafen:
Hallo liebe Vertreterinnen und Vertreter der Stadt Ludwigshafen am Rhein, hier ist die Elterninitiative Betreuungsnotstand und es gibt uns noch. Kein Grund also zu hoffen, dass wir das mit uns anberaumte Gespräch, zu dem wir mittlerweile seit Februar vertröstet werden, vergessen haben.
Ganz im Gegenteil. Wir Eltern bleiben mit Ihrer Politik nicht einverstanden und sprechen immer noch für die vielen verzweifelten Eltern, deren Kinder trotz Rechtsanspruch keinen Kindergartenplatz haben. Welche Maßnahmen sind geplant, um kurz- und langfristige Abhilfe in dieser Kindergarten-Katastrophe mit mehr als 2000 fehlenden Plätzen zu schaffen? Wie lange sollen die Eltern denn noch auf einen Fahrplan von Ihnen warten, der aufzeigt, wie das Problem in Zukunft gelöst werden soll? Wie lange sollen die Erzieherinnen und Erzieher noch am Limit arbeiten? Wie viele Schließtage aufgrund von Fachkräftemangel sollen die Arbeitgeber noch verkraften, wenn Ihre Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nicht zur Arbeit kommen können?
Alle Betroffenen hängen in der Luft und die Stadt Ludwigshafen schaut zu. Die Wirtschaftsverbände beklagen dieses Riesenproblem mittlerweile auch und benennen es auch ganz klar als Wirtschaftsfaktor! Wir geben der geplanten Projektgesellschaft, die sich um die fehlenden Plätze kümmern soll, gerne eine Chance, denn für deren Gründung wurde nun offenbar Geld gefunden. Diese Initiative sollte jedoch auch erprobt sein, denn Ludwigshafen kann sich keine weiteren scheiternden Projekte mehr leisten. Daher die Frage, wie viel diese Projektgesellschaft überhaupt kosten wird und woher dieses Geld auf einmal kommt. Handelt es sich hierbei denn jetzt endlich mal um die 7,5 Millionen Euro, die als Fördermittel im Bereich Kita geplant waren, die vom Land Rheinland-Pfalz nie ausbezahlt wurden und über die kein Mensch mehr sprechen will? Wo sind denn verdammt nochmal die Belege, die fehlen?
Trotz mehrmaligem Nachfragen wird hier keine Transparenz geschaffen! Auch das Land Rheinland-Pfalz schaltet sich in dieser Sache stumm. In dieser verzweifelten Lage, in der die Eltern keinerlei Prognose haben und hoffen müssen, dass ihre Kinder mit vier Jahren endlich einen Platz bekommen, sind Sie diesen eine Antwort schuldig. Wie soll die Projektgesellschaft arbeiten, wer arbeitet dort mit, wer führt sie an, welches Ergebnis soll erzielt werden? Wann werden diese Ergebnisse erwartet? Die Zeit drängt, denn wenn sich bis 2028 an der jetzigen Lage nichts geändert hat, werden mit der Zusage eines Mittagessens für alle Kinder noch mehr Plätze wegfallen, da dies mit den derzeit vorhandenen Ressourcen nicht umsetzbar ist.
Unser Eindruck ist der, dass im Moment das Thema trotz der Dringlichkeit bei Ihnen keinerlei Priorität hat. Die Gründung der Projektgesellschaft muss klare Ziele verfolgen und darf nicht noch weiteres Geld verbrennen. Die Glaubwürdigkeit der Stadt Ludwigshafen steht und fällt mit der Lösung der Kita-Katastrophe, die sich seit Jahrzehnten angebahnt hat. Klare Zukunftspläne sowie ernst gemeinte und verbindliche Schritte wären ein klares Zeichen an die enttäuschten Eltern, die gerade so sehr in der Luft hängen gelassen werden!