Protest zur Gesundheitsministerkonferenz

Protest zur Gesundheitsministerkonferenz

Schmähpreis „Goldene Abrissbirne" für Karl Lauterbach

Gestern haben sich die Gesundheitsminister der Länder mit Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach auf Eckpunkte der sogenannten Krankenhausreform geeinigt, die einen massiven Angriff auf die wohnortnahe Gesundheitsversorgung und die Beschäftigten im Gesundheitswesen darstellt. "Rote Fahne News" wird morgen berichten.

Letzte Woche hat das überregionale "Bündnis Klinikrettung" gemeinsam mit weiteren Initiativen in Friedrichshafen gegen die Pläne demonstriert; u.a. waren dabei "Rettet unser Rosmann-KKH-Breisach", "Bündnis für KKH und gute Arbeit Neckartal-Odenwald", "Bunte Kittel", "Pro KKH Schongau", "Aktionsbündnis 'Das Geislinger Krankenhaus muss bleiben'".

 

Das Bündnis kürte Karl Lauterbach zum Preisträger der „Goldenen Abrissbirne", dem Schmähpreis für Klinikschließer. Laura Valentukeviciute, Bündnis Klinikrettung: „Karl Lauterbach wird mit seiner Reform als Klinikschließer in die Geschichte eingehen. Noch im Jahr 2019 befürwortete er Krankenhausschließungen, dann leugnete und verharmloste er sie. Jetzt versucht er, Schließungen als unausweichlich darzustellen. Dabei treibt er sie maßgeblich voran, indem er die Krankenhäuser trotz inflationsbedingter Hilferufe finanziell verhungern lässt und mit seiner Reform den flächendeckenden Kahlschlag in ein Gesetz gießt. Dieses Spiel ist eines Ministers unwürdig. Die ‚Goldene Abrissbirne' soll Lauterbach eine Warnung sein, dass die Menschen in diesem Land seine Täuschungsmanöver durchschauen und ablehnen."

 

Hier die satirische Laudatio für den Gesundheitsminister

 

Mit der "Reform" werden 20 Prozent der Krankenhäuser zu ambulanten Gesundheitszentren degradiert, die keine Notfallversorgung leisten. Weitere 20 Prozent der Krankenhäuser sind schon heute reine Fachkliniken, die ebenfalls keine Notfallversorgung anbieten und beispielsweise in der Pandemie keine Covid-PatientInnen aufgenommen haben. Durch die geplante Reform wird der Abbau der Krankenhausversorgung in der Fläche vorangetrieben und die Lage in ländlichen Räumen beim Eintreten eines Notfalls lebensbedrohlich.

 

Joachim Flämig, Facharzt für Allgemeinmedizin, Vorstandsmitglied der Initiative „Rettet unsere Krankenhäuser Rosmann Breisach": „In vielen Notfällen ist eine Versorgung innerhalb von 30 Minuten lebensentscheidend. Sei es, weil nur die schnelle Erstversorgung das Überleben sichern kann, wie bei inneren Blutungen oder Herzinfarkt. Oder sei es, weil nur die zügige Erstuntersuchung eine lebensgefährliche Verschlimmerung verhindern kann, wie bei Blutvergiftung oder Gehirntrauma. Nur wohnortnahe, rund um die Uhr geöffnete Allgemeinkrankenhäuser bieten hierfür das Notwendige: Erfahrung, technische Ausstattung, Rettungswagen, Notaufnahmestation und Intensivmedizin. Ambulante Einrichtungen können das nicht ersetzen."