Stuttgart

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Mit dem Rote-Fahne-Magazin zum Sozialismus am Porsche-Tor

Hunderte Porsche-Kolleginnen und -Kollegen laufen eilig zum Schichtbeginn, oder sie rennen nach der Schicht zum Parkplatz, um die Poolposition zu erreichen. So kommt man dann schneller ohne Stau nach Hause.

Korrespondenz

Ich spreche die Kollegen und Kolleginnen an: "Kapitalismus oder Sozialismus - das ist doch jetzt die Frage. Was meinst du?" und deute auf das Rote-Fahne-Magazin mit dem Titelthema "Warum der Sozialismus die Alternative zum Kapitalismus ist".

 

Viele der jungen Kolleginnen und Kollegen sagen: "Keine Ahnung, haben uns damit noch nicht so beschäftigt," und gehen weiter. Ein freundlicher Kollege aus der Türkei wirbt für einen christlichen, vor allem aber einen muslimischen Ausweg bei Abgrenzung gegen die Bestien vom IS. Da werden wir uns nicht so einig. "Auch wenn nach Marx die Religion der "Seufzer der bedrängten Kreatur" sei, müssten wir jetzt und heute für das Paradies auf Erden kämpfen. Die globale Umweltkatastrophe, die eingesetzt hat, und die Vorbereitung eines Dritten Weltkriegs bringen doch die Menschheit in eine Existenzkrise! Da sind auch die 32 000 Porscheaner gefragt! Zusammen mit den Bergarbeitern, den Kollegen von Bosch und Daimler sind wir eine unübersehbare Kraft!"

 

Volle Zustimmung dafür gibt es vom "Damaskus-Kollegen."  "Meine Heimat ist durch die Kriege jetzt schon völlig zerstört. Der Imperialismus hinterlässt seine Blutspur überall. Wir brauchen Sozialismus, aber Putin und Xi in China sind keine Kommunisten. Dazu diese Hitze. In meiner Abteilung halten wir sie kaum noch aus! So kann es nicht weitergehen!" " Und da feiern die noch das 75-Jubiläum von Porsche, kaum auszuhalten!" ergänzt ein Kollege.

 

Ein ehemaliger Audianer aus Neckarsulm ist ganz aufgeregt. "Jetzt haben sie in Heilbronn ne Razzia bei den Kurden gemacht. Das sollen die doch beim Erdogan mit seinem 1000-Zimmer-Palast und seinen 12 Privatjets machen. In der Türkei kostet jetzt ein Fladenbrot schon mehr als das Doppelte, ebenso die Melone. Von den Drohnen gegen die Menschen in Nordsyrien/Rojava rede ich schon gar nicht mehr. Auch wenn es uns bei bei Porsche halbwegs gut geht, so kann es nicht weitergehen! Ich nehm ne Zeitung mit! Wenn ich unbefristet bin, dann können wir uns gerne mal treffen, ok?" "Besser jetzt, wir haben nicht mehr so viel Zeit! Oder nach dem Urlaub?"

 

Tiefgehende Gespräche wechseln mit raschem Gruß. Ein AfDler, der einzige heute, stößt auf entschiedene Ablehnung. "Das ist doch keine Alternative, die werden doch hochgepäppelt gegen die wachsende Unzufriedenheit der Menschen. Geht gar nicht. No go!" Der Kampf ums Denken und Fühlen der Belegschaft belebt sich. Und der eine oder andere lässt seine Spende in die Dose fallen!" Danke, schönen Urlaub euch!"