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Muhiddin Fidan: Weg mit der Gefährderstigmatisierung

Der Fall von Muhiddin Fidan und seiner Familie bewegt nicht nur die Freunde und Unterstützer in Kassel.

Korrespondenz

Rote Fahne News hat gestern erstmals berichtet.

 

Am vergangenen Freitag wurde er bei einer Polizeikontrolle auf dem Weg zum Anwalt festgenommen und bis gestern in Abschiebehaft genommen. Am Sonntag Nachmittag demonstrierten 300 Unterstützerinnen und Unterstützer, darunter auch seine ganze Familie, vor dem Kasseler Rathaus und durch die Innenstadt für den sofortigen Stopp seiner Abschiebung. Am Dienstag Abend wurde er nach einem Eilantrag wieder zu seiner Familie freigelassen.

 

Dass ein Familienvater nach 27 Jahren in Deutschland, verheiratet mit einer deutschen Frau und mit fünf minderjährigen deutschen Kindern, in die Türkei abgeschoben werden sollte, ist ein bundesweit ungeheurer Vorgang. Obwohl ihm keine Straftaten vorgeworfen werden, wurde er als Gefährder eingestuft. Es müssen weitergehende Fragen gestellt werden. Hans Roth, Ortsvorsteher im Stadtteil Kassel-Rothenditmold, forderte bei der Kundgebung vor dem Rathaus die vollständige Aufklärung des Behördenvorgehens und die Rehabilitation von Muhiddin Fidan sowie die Entschädigung der Familie. Seit 2015 wurde ihm die Arbeitserlaubnis verweigert und er im Unklaren über seine Zukunft gelassen - jetzt die Haft.

 

Es ist ein Erfolg der Öffentlichkeit, dass seine Abschiebung vorerst aufgehoben ist. Muhiddin Fidan gehört unsere ganze Solidarität. Wir fordern nicht nur Bleiberecht für ihn, sondern endlich auch die Anerkennung seines Antrags auf deutsche Staatsbürgerschaft. Weg mit der Gefährderstigmatisierung!