Brasilien

Brasilien

Camaçari / Bahia: US-Konzern Ford geht, chinesischer Autobauer BYD kommt

Vor anderthalb Jahren schloss Ford die Pkw-Fabrik und beendete damit seine Produktion in Brasilien. Mehr als 5000 Menschen verloren ihren Arbeitsplatz, dazu kamen über 10.000 bei Zulieferern.

Korrespondenz

Die Gewerkschaften mussten viel Kritik einstecken, weil sie nicht um jeden Arbeitsplatz gekämpft haben.

 

Ein Wahlversprechen von Lula war, diese Fabriken wieder mit Leben zu füllen und die angebliche „Deindustrialisierung“ zu bekämpfen. Nun gab BYD (die Abkürzung steht für den illustren Namen "Build Your Dreams") offiziell auf einer feierlichen Zeremonie in der Stadt Camaçari (Großraum Salvador da Bahia) bekannt, dass nächstes Frühjahr die Produktion von E-Fahrzeuge (+Hybride) starten soll. Drei Werkteile sollen entstehen: einer für Pkw, einer für Lkw und einer für Busse. BYD ist in verschiedenen Produktionen tätig und ist der weltweit größte Hersteller von wiederaufladbaren Batterien, Energiespeichersystemen und 100% elektrischen Fahrzeugen. Der Automobilhersteller ist seit 2015 in Brasilien vertreten, mit einer Elektrobusfabrik in Campinas (SP). Das Unternehmen ist auch für die VLT-Bauarbeiten (S-Bahn) in Salvador verantwortlich.

 

Nach Angaben des Gouverneurs von Bahia, J. Rodrigues (PT), wurde die Bundesregierung von BYDs Präsidentin für Nord- & Südamerika, Stella Li, um Anreize sowohl für die Produktion als auch für den Verbrauch von Automobilen gebeten. Die Ankündigung des Gouverneurs erfolgte nach einem Treffen mit Lula und Li am Mittwoch (28.6.). Ihm zufolge hat BYD in Bahia Bedingungen gestellt, die erfüllt werden, wie zum Beispiel Investitionen in die Infrastruktur des Hafens von Candeias oder Bau von Solarparks. Und auch Reduzierung bei der Industriesteuer, Umsatzsteuer  ...

 

BYD will hier 3 Md. R$ in 5 Jahren investieren und 5.000 Arbeitsplätze schaffen. Das gleiche an Subventionen werden wohl Bundesregierung und Bahia drauflegen. In Brasilien nahm der direkte Einfluss der USA in den letzten Jahren deutlich ab - v.a. ökonomisch und politisch. Der von China nimmt seit Jahren zu. Es ist wirtschaftlich die Nr. 1 für Brasilien: bei Import und Export - mit Abstand! In Lateinamerika spitzt sich die imperialistische Konkurrenz zwischen China und USA um die Vorherrschaft im „Hinterhof der USA“ zu. Das neuimperialistische Brasilien und die Lula-Regierung wollen dagegen die eigene Vormachtstellung als Regionalmacht in Lateinamerika mit Hilfe der BRICS ausbauen.