Die Krise der bürgerlichen Naturwissenschaft

Die Krise der bürgerlichen Naturwissenschaft

Rezension in der Zeitschrift "Gegenwind"

In der Zeitschrift "Gegenwind" erschien kürzlich eine Rezension des Buchs "Die Krise der bürgerlichen Naturwissenschaft" - auch Ausgabe 38 der Reihe Revolutionärer Weg - von Klaus Peters aus St. Peter-Ording.

Klaus Peters
Rezension in der Zeitschrift "Gegenwind"

Wieder hat das Redaktionskollektiv unter der Leitung von Stefan Engel mit „Die Krise der bürgerlichen Naturwissenschaft" ein wichtiges Buch herausgegeben. Dieses Buch, das als Teil III der Reihe „Die Krise der bürgerlichen Ideologie und die Lehre von der Denkweise" erschienen ist, ragt aus der Fülle der Publikationen deutlich heraus. Dafür gibt es mehrere Gründe.

 

Entscheidend ist die Herangehensweise an die Thematik, die auf der dialektisch-materialistischen Methode basiert. Nicht unwesentlich für die Aussagekraft und Lesbarkeit des Buches ist die Diktion im Kontext mit den kurz gehaltenen Texten. Bei der Komplexität der Thematik trotzdem keine zu unterschätzende Herausforderung für Leser. Vorsichtshalber wird deshalb auf die zusammenfassenden Erläuterungen in der Einleitung hingewiesen.

 

Nicht nur durch Massenmedien und bürgerliche Publikationen mehr oder weniger beeinflusste Menschen mögen sich fragen, ob Naturwissenschaft, anders als Gesellschaftswissenschaft, nicht immer ideologiefrei sein müsste. Zu dieser Frage gibt es in der Einleitung und in den nachfolgenden Abschnitten aufschlussreiche Antworten. Wir ahnten es vielleicht auch schon: Wissenschaftliche Ergebnisse werden durch neue Erkenntnisse weiterentwickelt, erweisen sich möglicherweise sogar als falsch. Ergebnisse sind unterschiedlich interpretierbar. Die Richtung, die Schwerpunkte der Forschung und die Anwendung der Ergebnisse werden sowohl durch politische Vor gaben, als auch durch finanzielle Budgets beeinflusst.

 

In der Einleitung wird erfreulicherweise gleich über auf die systemische Dimension der Krise der Biosphäre aufgeklärt. Die Reduktion auf die Klimafrage hat zu fatalen Fehlschlüssen und Fehlentwicklungen und damit gleichzeitig zu weiterer Verwirrung der Menschen geführt. In diesem Kontext ist übrigens erneut deutlich geworden, dass Krisen und Kriege in besonderer Weise genutzt werden, um partei- -oder machtpolitische Ziele durch zusetzen. Dies geschieht auch, wenn Programme und Wahlaussagen noch das genaue Gegenteil beinhalten. Die Bürger werden überrumpelt, sie konnten es nicht glauben.. Dies, zumal auch noch beschleunigte Verfahren angewandt werden.

 

Der Umgang mit der Klimafrage einerseits und mit der Biosphäre andererseits, ist nur eine von vielen Folgen der nicht dialektischen Herangehensweise an bekannte und neue Herausforderungen. Politik, Kapital, Massenmedien, die von ihnen Abhängigen und ihre Mitläufer verhindern echte Aufklärung. Eine Befreiung von der allgegenwärtigen kapitalistischen Propaganda ist nicht so einfach, wie weitere Beispiele zeigen. Schließlich will man halbwegs gut über Lokales informiert sein und gelegentlich gibt es auch aus dem bürgerlichen Lager Informationen, die hilfreich sein können. Hinzu kommt der Einfluss aus dem beruflichen und privaten Umfeld, dem sich niemand ganz entziehen kann.

 

Das aus der Astrophysik kommende und von ihr gepflegte Modell der Urknalltheorie ist ein weiteres Beispiel eindimensionaler Betrachtungen. Diesem Thema ist ein Kapitel gewidmet. Ein weiteres Kapitel behandelt Wege in der Biologie und Abweichungen davon, wie den Sozialdarwinismus. Als aktuelles Beispiel werden die Entwicklung und der Umgang mit dem COVID-19-Impfstoff erläutert. Beides erfolgte auf profitorientierter Basis, mit massiver staatlicher Unterstützung und horrenden privaten Gewinnen. Im Zusammenhang mit der Evolutionsgeschichte des Menschen wird die dialektische und durch qualitative Sprünge bestimmte Entwicklung erläutert.

 

Der Ökologie ist ein eigenes Kapitel gewidmet. Zunächst werden die Verdienste des Naturforschers Alexander von Humboldt und des Zoologen Ernst Haeckel gewürdigt, der den Begriff Ökologie definiert hat. Die Autoren kommen jedoch zu dem Schluss, dass Haeckel die Wechselbeziehungen der Umwelt mit dem Menschen nicht als zentrales Element der Ökologie betrachtet hatte. Eine fehlerhafte Schlussfolgerung war demnach die schlichte Propagierung der Einheit von Ökonomie und Ökologie. Mit der einseitigen Fokussierung auf die Klimafrage und den damit generierten Maximalprofiten, insbesondere für die Wind- und Solarenergiebranchen, ist ein Desaster hervorgerufen worden.

 

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Ursprünglich und in voller Länge hier auf der Webseite des Revolutionären Weg veröffentlicht. Dort publiziert die Redaktion Revolutionärer Weg regelmäßig Briefwechsel, Stellungnahmen und Rezensionen aus und über die theoretische Arbeit der MLPD.

 

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