Brecht-Weigel-Haus in Buckow
Geburtstagsrevue: 20 Jahre Chansonwerkstatt mit Johanna Arndt
Am 26. Juni, dem Tag nach der Revue, blitzen in mir immer wieder Melodiefetzen auf von den 22 „besten Songs“, die wir der DDR-Chanson-Preisträgerin Johanna Arndt zu Ehren im Garten des Brecht-Weigel-Hauses in Buckow aufgeführt haben.
Mit “Komm und setz dich, lieber Gast“ wurden die ca. 70 Gäste begrüßt. Der bunten Vielseitigkeit der Lieder kann ein Bericht gar nicht gerecht werden. Der Pianist Uwe Streibel hat es fertig gebracht, in viel zu kurzer Zeit an zwei Tagen 22 Lieder mit 12 Interpreten einzuüben mit einem großen Geschick, die Potenziale hervorzulocken.
Von Kreislers bitterer Satire, ob denn die abgehobenen „Polit-Ticker“ eigentlich nötig sind, über das witzige Kinderlied vom Pflaumenbaum oder das Eifersuchtsduett war die Revue ein Vergnügen für die Singenden und das Publikum. Brutal-aktuell rief „Der Graben“ von Tucholsky und Eisler die Soldaten auf beiden Seiten auf, das gegenseitige Morden in den aktuellen Kriegen zu beenden.
Das Lied „Im Gefängnis zu singen“ (Brecht/Eisler) wurde eingeleitet mit dem Hinweis, dass junge Leute heute wegen Widerstand gegen die Umweltkatastrophe in Gefängnissen landen ebenso wie die, die Widerstand in der Ukraine und Russland gegen den Krieg der Räuber auf beiden Seiten leisten. Während die großen Umweltverbrecher und Kriegstreiber ihre Freiheit genießen. Mit dem Lied „Für immer jung“ von Karl Nümmes wurde der Versuch unternommen zu ergründen, warum Menschen wie Johanna Arndt scheinbar nie alt werden.
Gemeinsam mit dem Publikum gesungen ertönte das Friedenslied von Brecht und Eisler als Gruß an die große Chansoninterpretin und -lehrerin, die leider aus Gesundheitsgründen nicht dabei sein konnte.
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