Braunschweig

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Erfolgreiches bundesweites Delegiertentreffen der Automobilarbeiterkoordination

Nach gründlicher Vorbereitung fand das jährliche Delegiertentreffen der kämpferischen Automobilarbeiterbewegung am 24. Juni bei herrlichem Wetter in Braunschweig statt. Mit mehr als 45 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus 18 Standorten der Autoindustrie von VW, Ford, Daimler, BMW und Opel führten wir eine intensive Beratung über die bisherige und künftige Arbeit durch.

Internationale Automobilarbeiterkoordination

Die Autokonzerne weiten die Leiharbeit aus, z.B in einem Montagebereich sind sieben von acht Kollegen Leiharbeiter. Es gelang die Spaltung zu überwinden, gemeinsam für bessere Arbeitsbedingungen zu kämpfen.

 

Oft sind es die Leiharbeiter, die als erste auf die Straße fliegen. Aktiv sind wir gegen Arbeitsplatzvernichtung, VW will 15 000 Beschäftigte weniger und bezeichnet dies als „Fettabbau“ - wie menschenverachtend. Ford will Saarlouis schließen, wir erklärten unsere Solidarität mit einer Resolution. Wir stärken die Gewerkschaft und sind dagegen, uns vor den Karren der Konzernbosse im Konkurrenzkampf spannen zu lassen. Deshalb schließen wir uns mit Automobilarbeitern aus anderen Ländern zusammen. So intensivierten wir in den letzten Monaten besonders die Kontakte nach Italien, Frankreich und Portugal. Internationalismus ist unser Trumpf! Wir sind aktiv gegen das faschistoide und gewerkschaftsfeindliche „Zentrum Automobil“, das sich auch bei Ford in Köln etablieren will.

 

In den letzten Wochen wurden an den Standorten die Delegierten gewählt. Die Koordinierungsgruppe (KOG) hatte das Treffen gründlich vorbereitet. Sie trug ihren Rechenschaftsbericht vor und führte die Wahlen für eine neue KOG durch. Der Kassierer wurde entlastet und der Kassenprüfer erneut gewählt. Im Zuge der Debatte über den Rechenschaftsbericht, der 9 Punkte zur weiteren Arbeit vorschlug, und den vielen Berichte über Aktivitäten in den Betrieben wurde den Teilnehmern deutlich, diese kämpferische Bewegung hat in den Belegschaften Potential und unser gemeinsames Kampfprogramm ist vorwärtsweisen. Es sollte bei der nächsten Automobilarbeiterkonferenz 2025 erweitert werden um eine genauere Stellung zum Krieg und zur globalen Umweltkatastrophe. Viele Initiativen waren gar nicht allen bekannt. In Zukunft wollen wir mehr über die Arbeit der Trägergruppen auf der Homepage berichten.

 

Die aktive Mitwirkung der Regionalgruppen Braunschweig-Wolfsburg von Solidarität International (SI) und der Umweltgewerkschaft hatte eine belebende Wirkung gegen eine eingeschränkte Sicht auf die Fragen im Betrieb. Kritisch wurde diskutiert, das die Trägergruppen viel mehr auch die Familien, ihre Lage und die vielen sozialen Fragen die sich daraus entwickeln, beachten müssen. Unsere Zusammenkünfte sollen einen stärkeren Freizeitcharakter bekommen und auch die Partner und Kinder einbeziehen und zu einem Teil der Bewegung machen. SI fordert auf, dass sich jede Trägergruppe aktiv um Übersetzer bemüht. Das ist eine gute Möglichkeit, auch ganz neue Kreise für die Automobilarbeiterbewegung zu gewinnen.

 

Die MLPD-Vertreterin betonte, dass die Suche der Kolleginnen und Kollegen nach einer Alternative zum menschheitsbedrohenden Kapitalismus zunimmt und der Antikommunismus, der in der IG Metall u.a. in Form der Unvereinbarkeitsbeschlüsse gegen die MLPD auftritt, offensiv bekämpft werden muss. Er betrifft jede und jeden, nicht nur Kommunisten, soll kämpferische Leute einschüchtern und die demokratische Diskussion über Alternativen zum Kapitalismus unterbinden.

 

Beschlossen haben wir die aktive Mitwirkung an der 3. Internationalen Bergarbeiterkonferenz (IMC) vom 31.8.-3.9.23 in Thüringen und eine Delegation gewählt. In allen Trägergruppen soll dafür geworben werden, z.B. Helfer für die Vorbereitung und Durchführung aus den Reihen der Autoarbeiter zu senden. Ebenso beschlossen haben wir den Beitritt zur „Neuen Friedensbewegung gegen Faschismus und Krieg“. Bereits im Vorfeld sind viele Trägergruppen dafür eingetreten, dass in dieser Situation eines drohenden Weltkriegs gegen jeden Imperialisten Front gemacht werden muss - unter der Losung “Arbeiter schießen nicht auf Arbeiter“. Entsprechende Aufkleber werden von der KOG entworfen und hergestellt. Für eine Beteiligung am 1. Weltkongress der internationalen antifaschistischen und antiimperialistischen Einheitsfront Anfang September wird geworben. Beim 23. Gewerkschaftstag der IG Metall Ende Oktober wird eine Delegation auftreten, um die Internationale Automobilarbeiterkoordination dort zu verankern.

 

Resolutionen wurden einstimmig verabschiedet zur Solidarität mit den weltweiten Flüchtlingen und gegen die reaktionäre Flüchtlingspolitik der Regierung, sowie zur Solidarität mit den kämpfenden Ford-Arbeitern in Saarlouis (Saarland).

 

Von der Verpflegung bis hin zu einem sehr unterhaltsamen Fest am Ende war an alles gedacht. Nachdem das Duo Anke und Andreas aus Hannover aufspielte, fand ein „Gesangs-Battle“ zwischen den Teilnehmer aus Nord, Süd und West statt. Gewonnen haben die Sängerinnen und Sänger aus der Nordregion, Wir danken insbesondere auch unserem Wirt Leo, der auch dieses Mal, fürsorglich um seine Gäste bemüht war.