Industriebetrieb

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„Da kann man mal sehen, wie schnell man auf die AfD hereinfällt“

In einer Diskussion mit einem Kollegen kommen wir auf die Kritik an der Regierung.

Korrespondenz

Er plädiert dafür, „die AfD mal vier Jahre regieren lassen. Dann kapieren die anderen Parteien mal, was für eine sch... Politik sie machen“. Ich kritisierte, dass man auf keinen Fall eine Partei, in deren Reihen offene Faschisten sind, wählen kann. Außerdem hakte ich nach, ob mein Kollege wirklich glaubt, das Problem sei, dass die Ampel-Parteien nur nicht wüssten, was sie falsch machen in den Augen der Bevölkerung. Sie machen Politik im Sinne der Monopole, das ist das Problem.

 

Und die AfD verteidigt den Kapitalismus erst recht und ist massen- und arbeiterfeindlich. Mit ihr in der Regierung würde die Umwelt weiter vor die Hunde gehen, da sie ja nicht mal davon ausgeht, dass es hier überhaupt ernsthaft zu lösende Probleme gibt. Geschweige denn, dass eine globale Umweltkatastrophe bereits eingesetzt hat. Die AfD würde die Spaltung unter den Arbeitern und der Bevölkerung weiter voran treiben und die Rente abschaffen bzw. privatisieren.

 

Mein Kollege ist sichtlich unzufrieden: „Aber die, die an der Regierung sind, sind doch nicht besser! Und die CDU auch nicht!“ Stimmt. Ich frage ihn, warum wir uns denn überhaupt nur zwischen Pest und Cholera entscheiden können sollten und werfe ein: „Bezüglich des Ukrainekriegs bist du doch auch weder für Putin, noch für die NATO und Selenskyj.“ Das findet er richtig, hier sind aber noch weitere Gespräche und Argumente nötig!

 

Ein anderer Kollege, mit dem ich viel über den Sozialismus diskutiere, meinte am gleichen Tag: „Die AfD sagt wenigstens die Wahrheit!“ Welche Wahrheit? „Sie kritisiert die Regierung.“ Ich argumentiere, dass die AfD die berechtigte Kritik der Bevölkerung an der Ampel ausnutzt, um sich als Opposition darzustellen. Ich frage ihn: „Sag mir eine konkrete Forderung der AfD, die du richtig findest. Als Arbeiter.“ Er guckt überrascht. Er überlegt. Ihm fällt nicht eine ein, was ihn nachdenklich macht. Ich lege nach mit allen Fakten, die mir aus dem Rote Fahne Magazin und von Rote Fahne News einfallen, was die AfD tatsächlich für eine Politik macht als Wegbereiterin des Faschismus. Und mein Kollege stellt nach drei Minuten fest: „Da kann man mal sehen, wie schnell man auf die reinfällt.“

 

Unbedingt dranbleiben in den Gesprächen und niemandem dem Einfluss der AfD überlassen. Das Bewusstsein über ihren Charakter als Wegbereiterin des Faschismus muss fest verankert werden in der Arbeiterklasse. „Wehret den Anfängen!“ ist ein ernster Auftrag an uns.