Buchlesung in Coburg mit Stefan Engel
Stephen Hawking in der persönlichen Bestseller-Liste nach unten gerutscht
In einer Coburger Traditionswirtschaft kamen 30 Interessierte aus Nordbayern und Sonneberg zusammen zur Vorstellung des Buches „Die Krise der bürgerlichen Naturwissenschaft“.
Der Referent Stefan Engel, Leiter der Redaktion REVOLUTIONÄRER WEG, gab in einem einstündigen Vortrag einen lebendigen Überblick über das Buch. Deutlich wurde die Intention dieses Buches. Es ist ein Werkzeug, um uns selber zu befähigen, kritisch-selbstkritisch aufzuspüren mit welchen Methoden die bürgerliche Weltanschauung alle Bereiche der Wissenschaft behindert. Ja sogar verhindert, ihre in vielen Einzelfragen voranschreitenden Erkenntnisse zum Wohle der Menschheit einzusetzen. Dazu müssen wir den Ehrgeiz aufbringen, uns wichtige Grundkenntnisse der Naturwissenschaften anzueignen und die weltanschaulichen Fragen darüber suchen.
Inhaltlichen Schwerpunkt legte der Referent auf die dialektisch-materialistische Bewertung der neuesten Erkenntnisse der Wissenschaft über die Fortentwicklung der globalen Umweltkrise bis zum Beginn der globalen Umweltkatastrophe. Dabei ist es Stefan Engel gelungen, mit seinen faktenreichen Ausführungen den allgegenwärtigen Mantel der Verharmlosung über der unaufhaltsamen Zerstörung der Lebensgrundlagen zu durchbrechen. Dazu gab er einen Einblick in die Arbeit an dem Ergänzungsband zum Buch "Katastrophenalarm!" Der wird die These, dass die globale Umweltkatastrophe begonnen hat, umfassend beweisen.
Die Diskussion brachte noch zahlreiche Denkanstöße. So zur Dialektik zwischen Endlichkeit einer konkreten Materie und der Unendlichkeit der universellen Materie. In einer Auseinandersetzung um die Doktrin des Urknalls, einer „modernen“ Fortsetzung der göttlichen Schöpfungsgeschichte. Auch wenn Stephen Hawking, wie ein Teilnehmer sagte, in seinem Buch den Urknall nicht direkt anspricht, so läuft dessen Aussage „Alles hat ein Ende und einen Anfang“ doch auf eine Verteidigung des Urknalls hinaus. Durch das vorgestellte Buch habe seine „Begeisterung für Hawking doch eine gewisse Ernüchterung erfahren“.
Einige Beiträge betonten die festgestellte Offenheit gerade unter Industriearbeitern für Wissenschaftsfragen, auch am Tor des ortsansässigen Konzerns Brose. Ein Genosse berichtete von seiner positiven Erfahrung, das Kapitel zur Krise des bürgerlichen Ingenieurwesens zur Lösung neuer komplexer Fragen heranzuziehen. So bei seiner Verantwortung für die Organisierung der Verpflegung auf dem Rebellischen Musikfestival.
Die langjährige Leiterin der Ferienanlage Truckenthal führte aus, auch bei der Bekämpfung der Folgen der Zerstörungen der Natur, dem massiven Absterben der Bäume in Thüringen müssen wir wissenschaftlich herangehen. Sie berichtete von einer engagierten Aktion von jungen Leuten, bei der in der Umgebung der Anlage neue Bäume gepflanzt wurden. „Es reicht nicht aus, nur die neuen Bäume zu pflanzen, sie brauchen ausreichend Wasser, und und und." Anschaulich erzählte ein Genosse aus Bamberg, wie komplex die Auseinandersetzungen im Betrieb manchmal sind.