Paris
Die Asche des Kommunisten und Widerstandskämpfers Missak Manouchian wird ins Pantheon überführt
Die Urnen mit der Asche von Missak Manouchian und seiner Frau Mélinée werden ins Pantheon überführt. Dies verkündete der französische Staatspräsident Emmanuel Macron vergangene Woche. Die Überführung ist für den 21. Februar 2024 geplant, 80 Jahre nach der Ermordung Missak Manouchian durch die deutschen Faschisten auf dem Mont Valérien.
Der 1906 geborene armenische Dichter wurde am 21. Februar 1944 auf dem Mont-Valérien erschossen. Während des Zweiten Weltkriegs wurde Missak Manouchian auf dem berühmten "roten Plakat", einem überall aufgehängten Propaganda-Plakat der Hitlerfaschisten, als Anführer der "Armee des Verbrechens" dargestellt. Das Plakat verfolgte den Zweck, dass die Widerstandskämpfer unter der französischen Bevölkerung gehasst werden sollten. Das scheiterte kläglich.
Missak Manouchian war Mitglied einer kommunistischen Widerstandsgruppe innerhalb der französischen Résistance gegen Faschismus und Besatzung. Um seine "Pantheonisierung", wie diese Überführung ins Pantheon in Frankreich heißt, kämpften fortschrittliche Franzosen jahrelang. 2014 weigerte sich der damalige Staatspräsident François Hollande, Manouchian damit zu ehren. Manouchians Frau Mélinée wird ebenfalls im Pantheon beigesetzt. Sie war wie er eine Überlebende des Völkermords an den Armeniern und hatte Missak im Libanon kennengelernt, wo beide Flüchtlinge waren. Gemeinsam machten sie sich 1925 auf den Weg nach Frankreich, gemeinsam traten sie 1934 der Kommunistischen Partei bei, bevor sie zwei Jahre später heirateten. Missak Manouchian arbeitete zeitweise als Automobilarbeiter bei Citroen. Die Mitglieder der Widerstandsgruppe Manouchian wurden von den Hitlerfaschisten 1943 verhaftet; mit ihnen fiel eine große Gruppe des bewaffneten Widerstandskampfs in Paris.
Als Internationalist und Kommunist unterschied er zwischen dem deutschen Volk und den Faschisten und schrieb seiner Frau im Abschiedsbrief: „Das deutsche Volk und alle anderen Völker werden nach dem Krieg, der nicht mehr lange dauern wird, in Frieden und Brüderlichkeit leben. Glück an alle.“ Dem großen Ansehen des Kommunisten und Widerstandskämpfers muss die französische Regierung Rechnung tragen. Auf den Pantheon überführt zu werden, ist in Frankreich eine große Ehre. Dort liegen Voltaire, Victor Hugo und Marie Curie.
Ein bemerkenswerter Vorgang, dass die französische Regierung dem großen Ansehen des kommunistischen Widerstandskämpfers späten Respekt zollen muss. Gib Antikommuismus keine Chance!