Filmdokumentation am 29. Juni im MDR
30 Jahre Bischofferode: "Um uns selber müssen wir uns selber kümmern"
Am 1. Juli 1993, also vor 30 Jahren begannen n Thüringen die Kali-Kumpel im Bergwerk "Thomas Müntzer" in Bischofferode den Hungerstreilk.
Am 29. Juni 2023 bringt um 20.15 Uhr das MDR-Fernsehen die Filmdokumentation dazu: "Das Treuhand Trauma". Sie wurde bereits mehrmals ausgestrahlt, zuletzt 2021.
Der Korrespondent schreibt: "Ich habe sie als sehr sehenswert und lehrreich in Erinnerung. Die Doku enthält auch Dokumente zur mafiösen Rolle der Treuhand, der Kohlregierung und der BASF zur Neuordnung der Kaliindustrie. Der Film passt sehr gut in die Vorbereitung der 3. internationalen Bergarbeiterkonferenz. Die Doku zeichnet natürlich hinsichtlich des Kampfes auch die Seite der konkreten Niederlage; der Kampf dort war aber weit mehr im Sinne: Lehren für die Arbeiteroffensive, auch durch die Losung: "Um uns selber müssen wir uns selber kümmern". In der Folge entwickelte sich auch die "Bewegung Arbeitsplätze für Millionen" und es entwickelten sich Lehren für den Kampf um jeden Arbeitsplatz und die Bewusstheit unter Arbeitern über die Notwendigkeit des Parteiaufbaus.
Ich fände es neben dem Filmtipp auch angebracht, in der Roten Fahne mehr dazu zu bringen; es gibt dazu zahlreiche Zeitzeugen und es passt doch auch prima, damit alte Kontakte wieder zu beleben und auch zur Konferenz einzuladen."
In der Ankündigung des MDR zur Ausstrahlung der Dokumentation heißt es: "Im Sommer 1993 wird ein kleiner Ort im katholisch geprägten Eichsfeld im Norden Thüringens weltberühmt - Bischofferode. Am 1. Juli 1993 beginnen zwölf Kalikumpel im dortigen Kalibergwerk "Thomas Müntzer" einen Hungerstreik für den Erhalt ihres Bergwerkes. Aus 12 werden schnell 23, schließlich mehr als 40 Menschen, die aus Protest gegen die mögliche Schließung ihres Werkes über Wochen hungern. 81 Tage dauert die Aktion. Mittel. Bereits im April hatten die Kumpel das Werk besetzt, um es für einen Weiterbetrieb zu sichern. Der Hungerstreik wird zum Symbol für den Kampf gegen die Privatisierungspolitik der Treuhand."
Im Revolutionären Weg 26 "Der Kampf um die Denkweise in der Arbeiterbewegung" wird der damalige Kampf gewürdigt: "Zum Kristallisationspunkt der Arbeiteroffensive wurde der sich seit Ende 1992 über ein Jahr hinziehende Arbeitskampf der Bischofferoder Kali-Kumpel unter der Losung: 'Um uns selber müssen wir uns selber kümmern!' Dieser Kampf verband sich immer mehr mit der Erkenntnis, dass er nicht nur gegen die Monopole, sondern auch gegen deren Regierung geführt werden musste, und nährte, je tiefer und umfassender die Erkenntnisse wurden, die Suche nach einer gesellschaftlichen Alternative. Bischofferode wurde so zum Symbol einer neuen politischen Arbeiter- und Volksopposition, die sich herauszubilden begann."