Nachruf
Zum Tod des Genossen Dieter Gallach
Am 4. Juni starb unser langjähriger Freund und Genosse Dieter Gallach. Er gehörte sozusagen zum „Urgestein“ des Parteiaufbaus der MLPD.
Obwohl er schon lange sehr krank war, hat uns sein Tod doch überrascht und wir trauern mit seinen Töchtern und Angehörigen, Genossinnen und Genossen.
Dieter studierte in der Hochzeit der Studentenbewegung Mathematik in Tübingen. Aber schon früh entschied er sich, seine Kenntnisse und Fähigkeiten in den Dienst des Kampfs zur Befreiung der Arbeiterklasse zu stellen und damit auf eine akademische Karriere zu verzichten.
Unter der Führung des Vordenkers und Mitbegründers der MLPD, Willi Dickhut, erarbeitete Dieter sich das Rüstzeug für eine proletarische politische Ökonomie und leistete wertvolle Analysen für die theoretische Arbeit. Einige Jahre war er Mitglied im Zentralkomitees der MLPD. Er arbeitete jahrzehntelang hochkompetent, analytisch versiert und gründlich in der zentralen Grundlagenarbeit der MLPD.
Anfang der 1970er-Jahre zog er ins Ruhrgebiet und absolvierte eine Ausbildung als Facharbeiter im Krupp-Stahlwerk in Duisburg-Rheinhausen.
Bei seinen Arbeitskollegen erwarb er sich großen Respekt. So nannten sie ihn „Professor“, weil er keine Betriebsversammlung verstreichen ließ, ohne die Hintergründe der Ausbeutung von Mensch und Natur durch den Konzern kenntnisreich aufzudecken und anzugreifen. Die Kollegen waren stolz, dass einer von ihnen mutig und mit guten Argumenten die Geschäftsleitung zerpflückte. „Es war immer mucksmäuschenstill, wenn Dieter sprach“ erinnert sich ein Kollege.
Als im Frühjahr 1987 Thyssen-Krupp Massenentlassungen in Rheinhausen ankündigte, wurde Dieter zusammen mit anderen Genossen zu einem der Streikführer. Der ganze Stadtteil war an diesem ersten großen selbständigen Streik unter Führung der MLPD beteiligt. Darauf war Dieter zu Recht stolz und bekam strahlende Augen, wenn er von Einzelheiten erzählte.
Nach der Stilllegung des Rheinhausener Krupp-Werks – nach hartem ausdauernden Kampf der Kollegen - ging er nach Bochum, um auch dort noch lange Zeit im Stahlwerk zu arbeiten.
Trotz seiner eingeschränkten Gesundheit, blieb die Parteiarbeit sein Lebenselixier.
Noch wenige Wochen vor seinem Tod nahm er an einer gemeinsamen Studienwoche teil und nutzte die neu erworbenen Kenntnisse für Überlegungen zur Höherentwicklung der Grundlagenarbeit der Partei.
Seine fundierten Sach- und Fachkenntnisse, aber auch seine Bescheidenheit und sein trockener Humor werden uns fehlen.
Eine Trauerfeier wird in Bochum vorbereitet. Wir werden rechtzeitig darüber informieren.