Bergbauwanderung durch das Muttental

Bergbauwanderung durch das Muttental

Unterwegs in der Wiege des Ruhrbergbaus

Es ist Sonntag, endlich ein sehr warmer Sommertag. Wir, gut 25 Teilnehmer, befinden uns im Wittener Muttental, der Wiege der Ruhrbergbaus. Im Mittelalter, um 1185 herum, soll hier ein Junge etwas Schwarzes auf dem Boden gefunden haben: Steinkohle.

Korrespondenz aus Witten
Unterwegs in der Wiege des Ruhrbergbaus
Verbliebener Kohleflöz im Muttental (rf-foto)

Tatsächlich ist es an manchen Stellen im Muttental noch heute möglich, solche Stellen zu finden und die schwarze Steinkohle direkt vom Boden aufzuheben. Abgebaut wird hier jedoch schon lange nicht mehr. Aber - so der Mythos - dieser mittelalterliche Fund sei der Grund dafür, weshalb das Wittener Muttental als Wiege des Ruhrbergbaus gilt.

 

Und nun, über 800 Jahre später, steht mitten in Thüringen Anfang September die 3. Internationale Bergarbeiterkonferenz an. Grund genug für die Wittener People-to-People-Agentur, von hier ausgehend eine Wanderung zu machen. Ein vierköpfiges Team stellte dabei die Bedeutung des Bergbaus für die heutige Zeit eindrücklich vor. Zwar ist der Steinkohlebergbau in Deutschland heute weitestgehend stillgelegt, aber Bergleute bauen auch andere Rohstoffe ab: Erze, Diamant, Seltene Erden usw. Sie bilden die Grundlage in der gesellschaftlichen Produktion. Weltweit, so berichtet die junge Wanderführerin, gibt es 50 Millionen Bergarbeiter. Das sind nicht nur Leute, die das Zeug aus dem Berg holen, sondern auch diejenigen, die Maschinen bedienen, dafür sorgen, dass Stollen nicht einstürzen usw. Ein ZF-Kollege zeigte dabei auf, dass ZF - als einer der größten Getriebeproduzenten weltweit - unzählige Getriebe für Maschinen im Bergbau herstellt. Also gewiss kein Schnee von gestern.

 

Auf unserer Runde laufen wir durch einen weitgehend intakten Mischwald, der viel Schatten spendet. Immer wieder finden wir Stationen mit Relikten, Infotafeln und Geräten, wie der Bergbau früher funktionierte. Wir kommen schließlich zu einer Gedenktafel an ein Grubenunglück vom 21. Juni 1950, bei dem fünf Kumpel starben.

 

Mutwillig wird auch die Umwelt zerstört. So will in Peru ein Bergbaumonopol sogar einen Berg von oben abtragen, um an die Kohle zu kommen. Diese Ausbeutung von Mensch und Natur können wir nur verhindern, wenn wir uns weltweit zusammenschließen und die Macht der Monopole brechen. Mit der Vorstellung der Dokumentation zum großen Bergarbeiterstreik 1997 wurde herausgestellt, dass die Bergarbeiter eine Macht sind, wenn sie zusammenstehen und sich nicht in Nationalitäten spalten lassen. Dafür wird die 3. Internationale Bergarbeiterkonferenz einen wichtigen Beitrag leisten.

 

Beim abschließenden gemeinsamen Picknick in herrlicher Natur, mit verschiedensten Leckereien und direktem Blick auf einen verbliebenen Kohleflöz (oben im Bild) wurde nochmal kräftig die Werbetrommel für die Teilnahme an der Konferenz gerührt. Und zum Thema passende Literatur wurde auch angeboten.

 

Diese Wanderung bietet die People-to-People-Agentur Witten auch für weitere Interessierte an. Wer sie „buchen“ möchte, kann sich bei People to People in Gelsenkirchen (Tel. 0209 1776560) melden. Sie leiten das dann an die Wittener Agentur weiter. Glück Auf!