Brotterode-Trusetal

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Schluss mit dem „Ablasshandel“! Statt Sozialtarifvertrag - Kampf um jeden Arbeitsplatz!

Am 12. Juni waren wir vorm Tor bei den Kollegen von Marelli Automotive Lighting. Wir wollten den Kolleginnen und Kollegen für den entschlossenen Kampf gegen die geplante Stilllegung des Werkes mit 900 Arbeitsplätzen bis März 2024 den Rücken stärken. 98 Prozent der Kollegen nahmen die Solidaritätserklärung der MLPD gerne – ein riesiges Gesprächsbedürfnis bei den Kollegen.

Korrespondenz
Schluss mit dem „Ablasshandel“! Statt Sozialtarifvertrag - Kampf um jeden Arbeitsplatz!
Andreas Eifler, Pressesprecher der MLPD Thüringen, im Gespräch mit Kollegen von Marelli Automotive Lighting, die um ihre Arbeitsplätze kämpfen (foto: MLPD Thüringen)

„Warum wird von der IG Metall nicht konsequent am Kampf um jeden Arbeitsplatz festgehalten? Warum werden, nach dem ermutigenden 24-stündigen Warnstreik, nicht alle Signale auf einen unbefristeten Streik gestellt?“, so ein Kollege.

 

„Ja – ihr habt recht. Uns wären die Arbeitsplätze auch zehnmal lieber als ein Sozialtarifvertrag. Wie schnell landest du beim Bürgergeld? Wie schnell ist deine Abfindung aufgebraucht? Und die Arbeitsplätze sind weg - wo soll die Jugend dann noch Arbeit finden?“, sagte ein anderer.

 

Nicht mal ein Handvoll Kollegen sagt offen, dass sie lieber eine Abfindung als gar nichts wollen. Die Ungewissheit über die Zukunft verunsichert auch. Viele machen sich ernsthaft Gedanken, wie sie künftig über die Runden kommen sollen. „Können wir den Kampf überhaupt gewinnen?“ – eine Frage die viele Kollegen umtreibt.

 

„Gegen die KKR habe wir keine Chance“, wirft eine Kollegin ein. „KKR?“, frage ich mich und stoße im Internet auf die Kohlberg Kravis Robert & Co – eine börsennotierte Beteiligungsgesellschaft, sprich: einen Investmenthai. Hinter dem steckt der französische SEB-Konzern. Zu diesem zählt wiederum ein ganzes Firmengeflecht – da kann es einem schon schwindelig werden. Rowenta, Krups, Tefal, WMF, sind nur einige der SEB-„Tochtergesellschaften“. Wenn der „Nebel“ sich lichtet, dann können wir die nächsten Kampfschritte zielklarer bestimmen, die Solidarität im ganzen Konzern herausfordern.

 

Ein zweites 1989 wird es nicht geben – meint eine Kollegin (als Anspielung auf die Demokratiebewegung in der damaligen DDR, die dem Honecker-Regime ein Ende setzte). Er ist skeptisch und zugleich offen und voll Hoffnung.

 

Stimmt – der Kapitalismus raubt uns die Zukunft - es muss sich grundsätzlich was ändern. Wer kämpft kann gewinnen – dafür müssen wir selber Verantwortung übernehmen.

 

Wir spürten es in jedem Gespräch: Die Kollegen suchen Antworten, suchen eine Lösung. Aufgewühlt und zugleich verunsichert, stehen sie in den Startlöchern, bereit für ihre Zukunft, ihre Arbeitsplätze zu kämpfen.

 

Hier gibt es die Solidaritätserklärung der MLPD Thüringen