Stahlaktionstag
Kampf um grüne Stahlproduktion und Lohnnachschlag
Der „Stahlkocher“, die Zeitung von Kollegen für Kollegen in der Stahlbranche, berichtet in ihrer aktuellen Ausgabe:
Thyssenkrupp wirbt seit Monaten mit Slogans wie: „Der Stahl wird grün. … Unsere Zukunft wird rosig!“ und damit, dass alle Hochöfen durch Direktreduktionsanlagen (DRI) ersetzt werden. Doch die Entscheidung für den Bau der ersten DRI-Anlagen wurde verschoben, weil die Bundesregierung noch keine Förderzusage gemacht hat. Der Vorstand verlangt, dass bis zu 2 von 2,7 Milliarden Euro Baukosten für die erste Anlage von Bund und Land, also aus unseren Steuergeldern bezahlt werden.
Wer dachte, dass es dem Vorstand um Umweltschutz geht, Pustekuchen! Ihnen geht es wie immer um maximal Profit, so Osburg vom Vorstand tkSE: „Wir sind keine Wohltäter oder NGO, sondern ein Wirtschaftsunternehmen, das Gewinne generieren muss!“. Genau dieses Profitstreben hat zur bereits begonnenen Umweltkatastrophe geführt, hauptsächlich verursacht durch die Industrie – dazu gehört die Stahlindustrie. Damit verbunden sind unumkehrbare Kipppunkte, wie das Schmelzen der Gletscher und Permafrostböden. Sich die Umstellung auf Direktreduktion von uns bezahlen zu lassen, ist eine Frechheit!
Ein Großteil der Versprechen der Stahlkonzerne bezüglich des klimaneutralen Stahls ist Greenwashing. So sollen die DRI-Anlagen mit Erd- oder LNG-Gas (hochschädliches Frackinggas aus den USA) anstatt mit Wasserstoff betrieben werden. Auch will ThyssenKrupp nicht alle Hochöfen in Duisburg ersetzen, die anderen DRI-Anlagen „werden wahrscheinlich nicht in Deutschland gebaut“, so Arnd Köfler vom tkSE-Vorstand beim letzten Steel-Dialog. Sie machen es davon abhängig, ob sie damit ihre Profite erzielen. Damit droht statt „Transformation“ und grüner Stahlproduktion die Vernichtung von Tausenden Arbeitsplätzen. Die IG Metall ruft zum Stahlaktionstag am 14. Juni auf, das ist der richtige Schritt! Setzen wir die Anlagen still und nehmen den Kampf um Arbeitsplätze und Umweltschutz in die eigene Hand!
Dazu gehört auch der Angriff auf die Scholz / Habeck / Lindner-Regierung, die als Fortschrittsregierung angetreten ist. Von Fortschritt ist wenig zu sehen, geschweige denn von einer „grünen Transformation“. Im Gegenteil, werden Hunderte Milliarden in Aufrüstung und Waffenlieferungen gesteckt, anstatt in Umweltschutz. Sie greift nicht die Umweltverschmutzung, die Großindustrie, an, sondern uns. Diese machen durch Preistreiberei Extra-Profite. Wie beim neuen Heizungsgesetz, sollen wir dafür bezahlen. Auch wenn sich die Regierung nicht einig ist, welcher Konzern die meisten Milliarden bekommt und ob ThyssenKrupp dazugehören soll, sollen wir jetzt für den Vorstand darum betteln? Nein, danke!
Es ist zwingend notwendig, dass wir für eine umweltschonende Stahlproduktion kämpfen. Aber eine rosige Zukunft, die der Vorstand verspricht, wird es im Kapitalismus nicht geben. Dieser existiert nur noch in Krisen und es wächst die Gefahr eines Dritten Weltkriegs. Machen wir den 14. Juni zu einem Streiktag aller Stahlarbeiter und unserer Familien für unsere Interessen, gegen Regierung und Vorstand.
Für die Umrüstung aller Hochöfen auf wasserstoffbasierte Direktreduktion, auf Kosten der Profite. Für einen monatlichen Lohnnachschlag von 500 Euro und sofortige Auszahlung der 3000 Euro netto als Ausgleich! Für eine lebenswerte Zukunft für unsere Kinder!