Schweizer Wald
Jeder achte Baum ist tot
Wie der Schweizer Rundfunk aufgrund der Analyse der "Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL im Zwischenresultat des fünften Landesforstinventars" aktuell informiert, schmelzen nicht nur die Gletscher der Alpen dramatisch ab, sondern es sterben auch die Wälder: "Es gibt mehr tote und geschädigte Bäume – und es wachsen weniger junge nach."
Gerade in der Schweiz mit ihren schönen Bergen, Wiesen und Wäldern wird der Beginn der globalen Umweltkatastrophe besonders krass erfahren. Etwa jeder achte Baum ist tot, und jeder vierte ist beschädigt. So ist die Fichte im Jura, im Mittelland der Schweiz und in den Voralpen zurückgegangen. Auf der Alpensüdseite leidet die Edelkastanie unter den extremeren Wetterbedingungen sowie unter Krankheiten und Insektenbefall. Die Esche – nach der Buche und dem Ahorn die dritthäufigste Laubbaumart der Schweiz – ist wegen einer Pilzerkrankung überall rückläufig.
Durch die Trockenheit sind die Bäume zudem weniger gut gewachsen. Dadurch ging die jährlich nachwachsende Holzmenge im Vergleich zur letzten Erhebung zurück. Gerade die Fichte leidet wie im Thüringer Wald besonders. Sie ist die wirtschaftlich wichtigste und häufigste Baumart der Schweiz. Betroffen ist rund ein Viertel der Wälder in der Schweiz. Nun soll der Wald an die neuen klimatischen Bedingungen angepasst werden. „Wir müssen Baumarten fördern, die zukunftsfähig sind, also zum Klima passen, das in 50 oder 100 Jahren herrscht.“
Diese Maßnahmen lindern das Baumsterben, doch sie sind eine Unterschätzung der künftigen Entwicklung, wie sie jetzt schon in Kanada, Kalifornien oder in Spanien zu beobachten ist. Dazu kommt ein europaweites Sterben der Eschen, das auf den Pilz namens "Falsche Weisse Eschenstengelbecherchen (Hymenoscyphus fraxineus)" zurückzuführen sei. In der Schweiz sind 95 Prozent aller Eschen im Land befallen.