NRW-Landtagsabgeordnete
Ein paar Gedanken zu Renten …
Himmelfahrtskommando Himmelfahrt, da ist ja angeblich Jesus gen Himmel abgehoben. Abgehoben haben aber auch, voll tätiger Nächstenliebe und in trauter Eintracht, die Landtagsabgeordneten in NRW.
Ja, sie haben ihr Herz entdeckt - für bedürftige Minderheiten, was die Rente angeht. Nein, nicht etwa Arbeiterinnen und Arbeiter, die nach 45 Jahren über um die 1000 Euro Rente froh sein dürfen. Das sind ja auch keine Minderheiten. Nein, es geht um „eine auskömmliche Alters- und Hinterbliebenversorgung“ für die notleidenden Abgeordneten selbst.
Jeder erhält bisher zu seiner Diät – so heißt das tatsächlich(!) - von knapp 10.000 Euro nur zusätzlich 2539 Euro in die eigene Rentenkasse. Jetzt dürfen es 3394 Euro pro Monat sein. Und das sehen wir auch ein, ist doch der Preis für Kaviar und Champagner deutlich gestiegen. Und eine schicke Kur zum Abnehmen ist auch noch drin.
Verschweigen wollen wir nicht, dass natürlich die Rentenansprüche aus den ursprünglich mal ausgeübten Berufen der Damen und Herren Abgeordneten als kleine Notreserve auch noch da sind. Tätige Nächstenliebe wird in aller Bescheidenheit nicht in der Öffentlichkeit herausgestellt. Darum haben die Abgeordneten den Mittwoch vor Himmelfahrt genutzt, um das Gesetz im Eilverfahren durch den Landtag zu peitschen.
Schade, dass keine Fußball–WM anstand, um die Leute abzulenken. Der große Jubel der großen Mehrheit der Rentner und Rentenanwärter wäre ihnen sicher gewesen. Und wer will schon für seine guten Taten auch noch gelobt werden! So konnten die Rentner begeistert ihre Kontoauszüge bewundern und mussten nicht an Himmelfahrt durch die Decke gehen. Ach, noch ein Wörtchen zu der angeblichen „Partei des kleinen Mannes“, der AfD. Die hat sich der großen Koalition von CDU, Grünen, FDP und SPD nicht einfach angeschlossen, sondern sie hat sich vornehm der Stimme enthalten. Es ist nicht überliefert, dass sie den großen Schluck aus der Steuerpulle abgelehnt hätte… .