Wirtschaft
Expansionistische Aktivitäten der Türkei in Afrika
Ein Gastbeitrag des marxistisch-leninistischen Schriftstellers Yusuf Köse¹
Die neuimperialistische Türkei verfügt über mehr als 60 Milliarden US-Dollar an ausländischen Direktinvestitionen. Die meisten dieser Investitionen, die sich auf 115 Länder der Welt verteilen, konzentrieren sich auf die Bereiche Bergbau und Finanzen. Die meistdiskutierten Auslandsinvestitionen der Türkei in den letzten Jahren sind zweifelsohne die Länder des afrikanischen Kontinents. In den letzten Jahren waren die wirtschaftlichen und politischen Beziehungen der imperialistischen Türkei zu afrikanischen Ländern Gegenstand von Untersuchungen in türkischen, akademischen und linken Kreisen. Vor allem in der französischen Presse wurde die Rivalität zwischen der Türkei und Frankreich in Afrika thematisiert.²
Ausbau von Handelsbeziehungen
Bis 2009 unterhielt die Türkei mit 12 afrikanischen Ländern diplomatische Beziehungen auf Botschaftsebene, bis 2023 war diese Zahl auf 43 gestiegen. Die Zahl der Botschaften afrikanischer Länder in Ankara stieg in diesem Zeitraum von 10 auf 38. Darüber hinaus gibt es in 26 afrikanischen Ländern Handelsberatungsbüros und 11 Asekri-Beratungsbüros. Neben ihren Kapitalinvestitionen in Afrika hat die imperialistische Türkei Afrika mit ihren Nichtregierungsorganisationen, Schulen, Studentenwohnheimen usw., den so genannten Soft Power-Einrichtungen, fast umzingelt. Der DEIK (Rat für Außenwirtschaftsbeziehungen) unterhält gemeinsame Wirtschaftsräte mit 45 afrikanischen Ländern.
Während im akademischen Jahr 2013-2014 5423 Studenten aus 50 Ländern des afrikanischen Kontinents zum Studium in die Türkei kamen, stieg diese Zahl im akademischen Jahr 2020-2021 auf 36 957 an. Im Jahr 2016 betrug die Zahl der Touristen, die allein aus Südafrika in die Türkei kamen, 15 000, während sie 2019 auf 79 000 anstieg.
Das Handelsvolumen (Import/Export) mit Afrika stieg von 3,7 Milliarden US-Dollar im Jahr 2003 auf 34,5 Milliarden US-Dollar Ende 2021. Davon entfallen 21 Milliarden auf türkische Exporte, der Rest auf Importe aus afrikanischen Ländern. Die Türkei hat einen Außenhandelsüberschuss. Im Jahr 2001 lag die Türkei bei den Gesamteinfuhren Afrikas an 21. Stelle, während sie im Jahr 2020 auf Platz 9 aufstieg und Länder wie Japan, Russland, Brasilien, Australien, die Schweiz, Schweden, die Niederlande, Belgien und Südkorea hinter sich ließ.
Wachsende Direktinvestitionen
Die Türkei unterhält wirtschaftliche Beziehungen zu den entwickelten Ländern Nordafrikas und Südafrikas, und ein großer Teil ihrer Investitionen fließt in diese Länder. Die Direktinvestitionen der Türkei in Afrika sind von 100 Millionen Dollar im Jahr 2003 auf mehr als 6,5 Milliarden Dollar im Jahr 2021 gestiegen. Sie umfassen Infrastruktur, öffentliche Gebäude, Kraftwerke, Raffinerieanlagen, Eisenbahnen, Stadien, Krankenhäuser, Luft- und Seehäfen usw. sowie große Infrastrukturinvestitionen wie Stahlwerke, die Herstellung von Elektrogeräten usw. Das Gesamtvolumen der von Bauunternehmen in afrikanischen Ländern durchgeführten Arbeiten übersteigt 77,8 Milliarden US-Dollar. Mehr als 1500 türkische Unternehmen sind in afrikanischen Ländern tätig.
Die Tosyalı Holding, der größte Unterstützer von Tayip Erdoğan, hat ein Stahlwerk in Algerien und eine organisierte Industriezone unter eigenem Namen in Senagal. Die meisten der Baumonopole und Waffenexporteure, die in Afrika investieren, sind aktive Unterstützer und Finanziers von Erdoğan.
Die Türkei hat Land im Sudan, Südsudan, Sambia, Äthiopien, Niger und Nigeria gepachtet. Im Sudan wurden 500.000 Hektar Land entlang des Weißen Nils für 99 Jahre gepachtet. 2013 wurden 50.000 Hektar Land im äthiopischen Omo-Tal für 25 Jahre gepachtet, und 2020 1 Million Hektar Land in Niger. Die Landverpachtung der türkischen Monopole in Afrika dient imperialistischen Zwecken, und die türkischen Monopole pachten zusammen mit den USA, China und anderen Imperialisten weiterhin Land in vielen afrikanischen Ländern.
Militärische Präsenz
Somalia ist fast eine Halbkolonie der Türkei. Neben ihren militärischen Investitionen greift sie auch direkt in die politischen Entwicklungen ein. Sie hat die Schulden des Landes in Höhe von 2,3 Milliarden Dollar beglichen und darüber hinaus mehrfach Finanzhilfen gewährt. Die Albayraks, die Schwiegereltern von Präsident Erdoğan und Waffenmonopolisten, besitzen das Recht, den Seehafen von Mogadischu zu betreiben. Nach Angaben des SIPRI-Instituts handelt es sich dabei um den größten Militärstützpunkt der Türkei in Afrika. Ein weiterer Militärstützpunkt befindet sich im Sudan. Die Insel Sevakin im Roten Meer ist für 99 Jahre gepachtet. Die Türkei hat auch Militärstützpunkte in Katar und Libyen und unterhält Truppen in Konfliktgebieten wie Mali und Kongo.