Stuttgart-Sindelfingen

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Faschisten missbrauchen die tödliche Schießerei bei Mercedes in Sindelfingen

Am 11. Mai hat im Mercedes-Werk Sindelfingen ein türkischer Leiharbeiter mit einer Pistole zwei seiner Vorgesetzten und Landsleute erschossen. "Rote Fahne New"s berichtete. Am 13. Mai griff "Compact TV" des faschistischen Strippenziehers Jürgen Elsässer in einem Video diesen schrecklichen Vorgang für eine üble Hetze auf.

Von wb / ffz

Ein junger Moderator leitete seine „Kriegsberichtserstattung“ damit ein: Es handele sich um einen türkischen Bürgerkrieg, mitten in Deutschland. „Hier erfahren sie, was bisher verschwiegen wird: Massenintegration, linksradikale Gewerkschaften und kurdische Terroristen“. Bei diesen Stichworte war schon mal klar, um welche „Wahrheit“ es gehen soll und wer hier im Visier dieser völkisch-faschistischen Journalisten ist.

 

Der Täter sei Anhänger der CHP, die zusammen mit fünf anderen Kräften und der „Kurdenpartei“ HDP die AKP von Erdoğan bei den Wahlen herausfordert. Die CHP sei von der HDP abhängig, weil sie das Zünglein an der Waage spiele. Soweit – so schlecht, weil Lichtjahre an der Wahrheit und der Realität vorbei. Die HDP hat im Bündnis YSP (Grüne Linkspartei) kandidiert, das sowohl gegen CHP als auch AKP angetreten war. Compact TV übernimmt damit die von Erdoğan verbreitete Lüge, dass die CHP mit der HDP eng verbunden sei, der er unterstellt „verlängerter Arm der PKK zu sein“! Der Moderator „bekannte“, dass ihm die politische Auseinandersetzung unter Türken fremd sei. Warum er sich dann als kompetent für dieses Thema fühlt, bleibt sein Geheimnis. Die Kompetenz der faschistischen Medien besteht allein in der Verbreitung von Fake-News, die geeignet sind, die Leute zu verwirren bzw. im Sinne ihrer völkischen und menschenverachtenden Ideologie zu beeinflussen.

 

Der Täter habe in der Halle bzw. „Factory 56“ gearbeitet, wo die S-Klasse montiert wird. Dort herrschten schreckliche Zustände, wozu er ausgerechnet den Neonazi Oliver Hilburger, Betriebsrat und Listenführer von „Zentrum Automobile“ ins Bild holte. Wer jetzt eventuell noch dachte, dass nun die verschärfte Ausbeutung angeprangert würde und dass bekannt gemacht wird, dass der Täter die Tat kurz nach seiner Entlassung beging, der wurde eines besseren belehrt. Die Halle 56, so Hilburger, sei bekannt für Drohungen, Drogen und Gewalt gegen Frauen. Dort habe quasi die IG Metall das Sagen. Was das eine Märchen mit dem anderen zu tun haben soll, da bleibt der Film die Antwort schuldig. Es kommt den Autoren auch nicht darauf an, Hauptsache Gewerkschaftsbashing... .

 

Dann nahm sich Elsässerr, früher selber angeblich Linker, heute Verleger, Eigentümer von Compact und Frontmann bei der Vernetzung ultareaktionärer und faschistischer Kräfte, „die Kurden“ zur Brust. Er habe schon in früheren Jahren erlebt, dass man mit den türkischen AKP-Anhängern auskommen könne, während die Kurden ein unruhiges Element seien. Für Faschisten - egal, ob deutsche oder türkische - sind halt alle fortschrittlichen Menschen und der Kampf des kurdischen Volks um Freiheit und Demokratie Unruhestifter, ja „Terroristen“.

 

Die anfangs zur Schau gestellte Trauer mit den Familien der zwei getöteten türkischen Kollegen und des Täters war nur der Aufhänger und bildete die Plattform für rassistische und faschistische Verleumdungen. Sie soll die Kollegen spalten und gegen linke Kräfte aufhetzen. „Verbot aller faschistischer Organisationen und ihrer Propaganda!“ - diese Forderung der MLPD gilt es gemeinsam durchzusetzen!