Die Krise der bürgerlichen Naturwissenschaft

Die Krise der bürgerlichen Naturwissenschaft

Am Anfang war der Urknall – Richtig oder Ausdruck der Krise der Astrophysik?

"Rote Fahne News" dokumentiert eine Rezension von "Die Krise der bürgerlichen Naturwissenschaft" von Stefan Engel.

Von hr

Das Buch „Die Krise der bürgerlichen Naturwissenschaft“ von Stefan Engel geht von einer Gesamtkrise der Naturwissenschaften aus. Weil die bürgerlichen Wissenschaftler einen hohen Ruf genießen, untersucht das Buch dies allseitig - von der Physik bis zur Psychologie. Das Buch würdigt ausdrücklich die Erkenntnisse der Naturwissenschaft, konstatiert aber eine Untergrabung ihrer Wissenschaftlichkeit durch den Einfluss der bürgerlichen Ideologie.

 

„Die heute gängige Version der Theorie des Urknalls (Big Bang) besagt, dass das Universum mitsamt Raum und Zeit vor 13,8 Milliarden Jahren aus einem winzigen Punkt entstanden wäre und sich seitdem ausbreite.“ (S. 46) Mir stellt sich dazu sofort die Frage, was war vor diesem winzigen Punkt, wer hat diesen winzigen Punkt geschaffen? Das kann doch nur Gott gewesen sein. Und schon sind wir wieder bei der biblischen Schöpfungsgeschichte: „Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde“. Diese glaubt jedoch die Mehrheit der aufgeklärten Menschen heute nicht mehr. Stephen Hawking, der Superstar der Physik, behauptet den Urknall mathematisch bewiesen zu haben. Aber unter der angenommenen Voraussetzung, das Weltall sei endlich und es gäbe keine Naturkraft, die der Gravitation großer Massen widerstehen könne. Selbst ich als Arbeiter verstehe, dass der Beweis und die Voraussetzung von Hawking identisch sind. Sie beweisen also nichts.

Die Krise der bürgerlichen Naturwissenschaft

166 Seiten

ab 17 €

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Die Astrophysik hat eine Vielzahl wichtiger Einzelerkenntnisse gesammelt. Diese stellen die Urknalltheorie infrage. „Von der entferntesten heute bekannten Einzelgalaxie war das Licht 13,4 Milliarden Jahre zu uns unterwegs. Selbst nach der Theorie vom Urknall vor angeblich 13,8 Milliarden Jahren dürfte es sie eigentlich gar nicht geben. Denn in nur 400 Millionen Jahren kann sich die komplexe Struktur dieser Galaxis unmöglich herausgebildet haben: Im Vergleich benötigt schon ein einziger Umlauf unserer Sonne um das Zentrum unserer Galaxie 225 Millionen Jahre.“ (S. 49)

 

Wieso kann die Astrophysik nicht zugeben, dass die Urknalltheorie falsch ist? Die Frage ähnelt der an die katholische Kirche, wieso sie nicht zugeben konnte, dass sich die Erde um die Sonne dreht. Dafür verbrannte die katholische Kirche den Naturwissenschaftler Giordano Bruno auf dem Scheiterhaufen. Es ist Ausdruck der Krise der Astrophysik, erwiesene Grundannahmen der Wissenschaft zu verwerfen und durch religiöse Schöpfungsgeschichte zu ersetzen.

 

Ähnlich wie im Mittelalter werden die Kritiker der Urknalltheorie unterdrückt. In einem Brief von 287 Wissenschaftlern an die Wissenschaftsgemeinde heißt es im Jahr 2004: „In der Kosmologie werden heute Zweifel und abweichende Auffassungen nicht geduldet. Junge Wissenschaftler lernen, dass sie ihren Mund halten müssen, wenn sie etwas Negatives zur Urknall-Theorie sagen wollen. Die, die zweifeln, haben Angst, das zu äußern, fürchten, das wird sie ihre Forschungsmittel kosten …“

 

Wieso ist es für die Arbeiter wichtig, das zu verstehen? Die Urknalltheorie verbreitet ein Bild eines endlichen und unveränderlichen Weltalls. Genauso unveränderlich soll die kapitalistische Gesellschaft sein. Darin besteht das Interesse der Kapitalisten an der Verbreitung der Urknalltheorie. Die Arbeiter müssen verstehen: Nichts bleibt wie es ist. Das ist auch eine Aufforderung an sie, den Kampf für eine Zukunft ohne Umweltkatastrophe und die Gefahr eines Dritten Weltkriegs in die eigene Hand zu nehmen. Das Buch ist einfach und verständlich geschrieben, so dass es jeder Arbeiter verstehen kann. Prädikat: Sehr lesenswert!