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Courage-Gruppen werten Weltfrauenkonferenz aus

Die Berliner Courage-Gruppen Mitte und Neukölln/Treptow luden am 22. Januar zu einer Auswertung der 3. Weltfrauenkonferenz in Tunis ein.

Korrespondenz
Courage-Gruppen werten Weltfrauenkonferenz aus
Foto von der Weltfrauenkonferenz der Basisfrauen 2022 in Tunis (Foto: Courage)

Karola, eine der gewählten deutschen Delegierten zur Weltfrauenkonferenz der Basisfrauen in Tunis, berichtete uns ausführlich. Fotos veranschaulichten ihren Power-Point-Vortrag. Die Gitarristin Twin umrahmte den Vortrag mit drei kämpferischen Liedern. Fürs leibliche Wohl sorgten Kaffee, Tee, Kaltgetränke sowie Kekse und Mandarinen auf den Tischen. Es gab Info-Tische von den Omas gegen Rechts, People for People und von Courage selbst.

 

Nach dem anschaulichen Vortrag entspann sich eine angeregte Diskussion unter den etwa 45 Zuhörerinnen und Zuhörern, darunter auch die Berliner Teilnehmerinnen der Weltfrauenkonferenz. Die Berliner Gruppen ermöglichten die Teilnahme von drei Palästinenserinnen.

 

Breiten Raum nahm das Thema Gewalt gegen Frauen ein. Drei der 31 Workshops in Tunis befassten sich mit diesem Thema. Einen Workshop leitete unsere Mitgliedsfrau aus Tunesien, selbst Opfer massiver Gewalt. In den Workshops berichteten viele Frauen über Gewalterfahrungen, zeigten aber auch Mut und Entschlossenheit zur Gegenwehr.

 

Am Antikriegstag, dem 1. September 2022, fand in Tunis eine Demonstration gegen Gewalt an Frauen im Krieg statt. Mit Sorge betrachten wir die Entscheidung der Bundesregierung, Leopard 2 in die Ukraine zu liefern. Wenn der Ukraine die Kämpfer ausgehen, ist dann der nächste Schritt die Entsendung von Soldaten??! Karola berichtete von einer Weiterentwicklung gegenüber den beiden letzten Weltfrauenkonferenzen 2011 und 2016. Wir haben gelernt, dass nicht "mein Schicksal", die Zustände in meinem Land am schlimmsten sind, sondern dass wir ein gemeinsames Problem haben, das die gleiche Ursache hat: Die Ausbeutung von Mensch und Natur. Die Resolution richtete sich erstmals einstimmig gegen den Imperialismus als Hauptursache aller Ungerechtigkeiten und Gewalt. Berlin brachte eine Resolution zum Erhalt der Friedensstatue in Moabit ein, die von der Weltfrauenkonferenz unterstützt wird.

 

Begeistert berichteten unsere Berliner Teilnehmerinnen, wie die Tagungsräume erst einmal gemeinsam geputzt werden mussten. Die niederländischen und die spanischen Frauen von der Reinigungsgewerkschaft übernahmen das "Kommando" und so konnte systematisch und schnell alles sauber werden. Wie in den übrigen Jahren übernahm Courage große Verantwortung in der Vorbereitung in Deutschland – auch in finanzieller Hinsicht. Große Unterstützung bei der Sprachenarbeit leistete Solidarität International (SI). Es gab einen Aufruf, die Sprachenarbeit zu unterstützen und bei Solidarität International ausgebildet zu werden. Unsere Mitgliedsfrau aus dem Irak hat Unterstützung zugesagt.

 

In Berlin muss unsere Stärke sein, gemeinsam mit anderen Organisationen zu arbeiten. Das ist oft schwierig: Auf der Kundgebung zum 8. März der GEW bekommt Courage keinen Redebeitrag und unsere Transparente werden genau in "Augenschein" genommen. Mit ver.di arbeiten wir jedoch gut zusammen. Geht es denn nicht um die Vielfalt der Meinungen (ausgenommen rechte, rassistische und frauenfeindliche)?