Austrittswelle
Kirchen verlieren weiter an Ansehen und Bedeutung
Auch wenn Josef Ratzinger sein Möglichstes gegeben hat, das Ansehen der Kirchen (speziell der katholischen) weiter zu schwächen, folgt er nur einem klaren Trend in Deutschland: die Bedeutung der großen Amtskirchen sinkt weiter.
Inzwischen ist nur noch jeder vierte hierzulande in der katholischen Kirche. Eine Umfrage der Bertelsmann-Stiftung ergab, dass 24 % der Kirchenmitglieder im Sommer 2022 angaben, im letzten Jahr über einen Kirchenaustritt nachgedacht zu haben. Bei den 16-24-Jährigen hatten sogar 41% feste Austrittsabsichen.
Besorgt macht sich ein Leitartikel der Frankfurter Rundschau zu Weihnachten 2022 Gedanken, was denn bei einem Fortgang dieser Entwicklung aus der weltanschaulichen Ausrichtung unserer kapitalistischen Gesellschaft wird - Stichworte Nächstenliebe und Feindesliebe. Was soll werden, wenn diese religiös begründeten Elemente der Klassenversöhnungsideologie nicht mehr funktionieren? Hier befürchten die Monopolherren eine weitere Zuspitzung ihrer weltanschaulichen Krise.
Für uns kein Grund zur Trauer, vielmehr ein weiterer Grund für eine vertiefte Auseinandersetzung mit den Kirchen, v.a. den großen Amtskirchen und der religiösen Denkweise unter den Massen, Dazu ist notwendig die weitere Offensive des dialektischen und historischen Materialismus als höchste Form eines kämpferischen Atheismus. Z.B im Friedenskampf, im antifaschistischen Kampf oder im Kampf um soziale Rechte suchen wir das Bündnis mit ehrlichen engagierten Christen.
Siehe auch Rote Fahna News-Artikel "Kirchen verlieren an Bedeutung"