Lohnerhöhung erkämpft

Lohnerhöhung erkämpft

Riesa Nudeln: Erfolg nach 7 Wochen Streik!

Aus Riesa kamen keine Teigwaren mehr – sondern Streikwaren! So stand es auf ihrem Transparent. Mutig und entschlossen kämpften die Kolleginnen und Kollegen mit der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) um 2 Euro höhere Stundenlöhne. Und setzten sich durch!

Korrespondenz aus Magdeburg

Am 1. Dezember 2022 Erhöhung des Stundenlohns um einen Euro. Am 1. Juli 2023  50 Cent Erhöhung. Am 1. Dezember 2023 dann weitere 50 Cent mehr.

 

Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit bis zum 31. Mai 2024. Zusätzlich zu der dauerhaften Entgelterhöhung wird ab 1. Januar 2023 bis zum Ende des Tarifvertrages am 31. Mai 2024 eine monatliche Inflationsprämie von 50 Euro (netto) gezahlt. Ein großer Teil der Beschäftigten hatte bisher nur etwas mehr als Mindestlohn, 12,51 Euro/Stunde.

 

Hervorragend die Aktion von 40 Kolleginnen und Kollegen am 9. November gegen die „Lohnmauer“ und für die Angleichung der Löhne in Ost und West am Brandenburger Tor in Berlin. Das war ein Politikum, und scheinheilig mussten Politiker von SPD, CDU und GRÜNEN Verständnis heucheln. Aktive Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter, Vertrauensleute und Betriebsräte aus verschiedenen Chipfabriken in Dresden sammelten für den Streikfonds der Riesa-Kollegen.

 

Dieser Streik ist etwas Besonderes. So etwas hat es in den letzten Jahren kaum gegeben. Die nächsten fünf Betriebe in Sachsen werden jetzt in eine Tarifbewegung mit der NGG gehen. Uwe Ledwig, Vorsitzender der NGG-Ost: „Der Tariferfolg von Teigwaren Riesa sollte ein Signal für andere Betriebe im Osten sein. Wir brauchen einen Mindestlohnabstand und eine Schließung der Lohnlücke zu vergleichbaren Betrieben in Westdeutschland.“ Der Streik bedeutet die Überwindung der lähmenden Niederlagenstimmung, nach der man  angeblich nichts machen kann. „Wir sind das Werk“ stand auf den Plakaten der Kolleginnen und Kollegen. „Wir sind die Arbeiterklasse“ - das muss unser Motto sein, in immer mehr Betrieben!