Franco A. und die "Stiftungstante"
Faschistisches Netzwerk von Moskau bis Paris
Der ehemalige Bundeswehrangehörige und Faschist Franco A. steht wegen Terrorverdachts und Vorbereitung eines faschistischen Anschlags seit über einem Jahr vor Gericht.
Rote Fahne News berichtete. Franco A. hatte offensichtlich Kontakt zu Natalija Narotschnitzkaja. Er nannte sie "Stiftungstante". Sie ist die Chefin der Pariser Zentrale der russischen Stiftung „Institut für Demokratie und Zusammenarbeit“. Bei ihr laufen wichtige Fäden der Koordination der europäischen Faschisten zusammen. Als die französische faschistische Partei von Marine Le Pen (Rassemblement National) 2014 vor dem finanziellen Bankrott stand, organisierte Narotschnitzkaja einen 9-Millionen-Euro-Kredit über die First Czech-Russian Bank in Prag.
Direkte Beziehungen gibt es auch zum faschistischen Compact-Magazin, für dessen Seminare Redner aus Russland und Deutschland organisiert werden. Da ist die "Stiftungstante" Kooperationspartnerin. Und da sprechen im Wechsel Alexander Gauland (AfD), Thilo Sarrazin und russische Duma-Abgeordnete. Maximilian T., faschistischer Kumpan von Franco A. bei der Bundeswehr, ist Mitarbeiter des AfD-"Verteidigungspolitikers" Jan Nolte, der mit der Tochter eines russlanddeutschen Priesters verheiratet ist. Diese wiederum ist das Gesicht des Compact-Fernsehmagazins Die Woche. Der Vater von T. leitet den faschistisch-völkischen Verein "Deutsch-Russisches Friedenswerk e.V.".
In den Chatgruppen von Franco A. waren Angehörige von "Spezialeinheiten". Angehörige dieser "Spezialeinheiten" betrieben im Nebenjob Firmen, von denen ebenfalls Spuren nach Moskau verweisen. Jürgen Elsässer vom Compact-Magazin und Putin eint der faschistische Traum eines imperialistischen Reiches mit der Achse Paris - Berlin - Moskau. Die Verbindungen der AfD zu Putin sind bekannt. Im letzten Juni war AfD-Chef Tino Chrupalla in Moskau. Dass die AfD finanzielle Mittel aus dem neuimperialistischen Russland erhält, bestreitet diese heftig. Es wird allgemein davon ausgegangen, dass es dafür dunkle Kanäle und "Stiftungstanten" gibt.
Das Buch "Die Krise der bürgerlichen Ideologie und des Opportunismus" von Stefan Engel charakterisiert dieses faschistische Netzwerk als einen Bestandteil der faschistischen "Querfront"-Strategie Putins.
"Auf internationaler Ebene ist die Politik des russischen Staatspräsidenten Putin ein 'Meisterstück' der 'Querfront'-Politik. Während sich Russland einerseits an der Ausbildung und Koordinierung der 'Neuen Rechten' Europas beteiligt, hofierte Putin zugleich die neorevisionistischen Parteien und Organisationen der Welt wie bei einer gemeinsamen Gedenkfeier zum 100. Jahrestag der Oktoberrevolution am 2./3. November 2017 in Moskau. Die Zeitung Unsere Zeit der revisionistischen DKP berichtete: '103 Kommunistische- und Arbeiterparteien aus 78 Ländern nahmen an der Konferenz … teil. Der Präsident der Russischen Föderation, Wladimir Putin, richtete einen Gruß an die Konferenz.' Der politische Erfolg der raffinierten 'Querfront'-Politik Putins wirkt sich aus, wenn er für seine neuimperialistische Politik sowohl die Unterstützung durch die europäische Rechte als auch durch die revisionistische und neorevisionistische Linke erhält." (Seite 253)