Palästina
Shireen Abu Akleh von israelischer Armee eiskalt ermordet
Die Journalistin Shireen Abu Akleh - 51 Jahre alt – wurde von der zionistischen israelischen Armee bei der Ausübung ihres Berufes kaltblütig ermordet.
Sie war mehr als 20 Jahre das Gesicht Palästinas auf dem Sender Al-Jazeera. Täglich verfolgten hauptsächlich die jüngeren Palästinenser die Berichte dieser Journalistin über die zweite Intifada von 2000 bis 2005. Sie war bescheiden, höflich und kämpferisch. Ständig berichtete sie über die Vertreibung der Palästinenser von ihrem Land durch die israelische Armee. Sie wurde am Mittwoch, dem 11. Mai, in Jenin ermordet (Rote Fahne News berichtete). Sie berichtete über eine Razzia der israelischen Armee im Flüchtlingslager dieser großen Stadt im Norden des Westjordanlandes. Al-Jazeera spricht von einem kaltblütigen Mord, mit dem verhindert werden soll, dass Journalisten ihrer Tätigkeit nachgehen.
Die Zionisten versuchen, den Mord den Palästinensern in die Schuhe zu schieben. Der Offizier Ran Kochav behauptet, es seien palästinensische „Terroristen“ vor Ort gewesen, die ihre Truppen beschossen hätten. Zeugen sagen klar aus, dass weder Kämpfer noch Bewohner des Flüchtlingscamps in der Nähe waren. Auch Videos untermauern dies. Eine Zeugin war die Journalisten-Kollegin Shaza Hanaysheh. Sie hätten versucht, sich hinter Bäumen in Sicherheit zu bringen, als der Beschuss begann. Die Armee stellte das Feuer auch nicht ein, als die Frau schon zu Boden ging. Obwohl sie versuchte, ihnen Zeichen zu geben.
Es gärt in Jenin. Es wird von aufstandsähnlichen Zuständen gesprochen. Bei den israelischen Razzien im Westjordanland wurden in den letzten Wochen 30 Palästinenserinnen und Palästinenser ermordet. In Ramallah sind am Mittwoch die Palästinenser an den Fernsehbildschirmen und verfolgen die Berichterstattung. Die Journalistin Jalal Abu Kather aus Jerusalem: „Ich erinnere mich an den Tag, an dem ich ihr Foto in mein Intifada-Album eingeklebt habe. Das war vor genau 20 Jahren. Ich war sieben Jahre alt und sie war mein Idol.“
Shireen Abu Akleh entstammt einer christlichen Familie in Jerusalem. Sie verbrachte ihre Zeit abwechselnd in der Vorstadt Beit Hanina und Ramallah. Sie berichtete schon 2002 über die Schlacht in Jenin, in der von der israelischen Armee Teile des Lagers zerstört wurden, und die in die Geschichte des palästinensischen Widerstands einging.
Sie war dafür bekannt, kein unnötiges Risiko einzugehen.
Sie machte ihr Diplom an der Universität Yarmouk in Jordanien, und arbeitete kurze Zeit bei der Stimme Palästinas und Radio Monte Carlo, bis sie 1997 zu Al-Jazeera ging. Journalisten, die kritisch für den Sender aus dem reaktionären Katar berichten, sind ständigen Angriffen der Zionisten ausgesetzt. Schon vor einem Jahr wurde ein Kollege bei einer Kundgebung verletzt und inhaftiert.
Am Begräbnis von Shireen Abu Akleh am gestrigen Freitag nahmen tausende Menschen teil. Die israelische Polizei setzte Schlagstöcke gegen Demonstranten ein.