Nordirak

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Irakische Armee fällt mit schweren Waffen in Êziden-Gebiet ein

Tausende Êziden mussten aus dem Gebiet um die Stadt Sinjar im Nordirak fliehen.

Korrespondenz aus Ingolstadt
Irakische Armee fällt mit schweren Waffen in Êziden-Gebiet ein
Kämpferinnen und Kämpfer der YBS (foto: YBS)

Die irakische Armee ist mit gepanzerten Waffen und schwerer Artillerie in die Dörfer eingefallen. Ihr Angriff gilt den esidischen Widerstandseinheiten (YBS), die einen Teil der Grenzregion an der Grenze zwischen Irak und Syrien kontrollieren. Diese Milizen wurden als Konsequenz aus den brutalen Verbrechen der IS-Faschisten an den Êziden und vor allem an den Êzidinnen zur Selbstverteidigung aufgebaut. Diese hatten tausende Männer getötet und zehntausende Frauen verschleppt, versklavt und vergewaltigt. Die meisten Vertriebenen leben bis heute in Flüchtlingslagern in kurdischen Gebieten.

 

2014 hatten sowohl die irakische Armee wie die Perschmergatruppen des reaktionären Barzani-Regimes die Flucht vor dem IS ergriffen und diesen ermöglicht, ungestört die Êziden zu massakrieren. Es waren die Kräfte des kurdischen Befreiungskampfs, die den Êziden zu Hilfe eilten und beim Aufbau der Selbstverteidigungstruppen unterstützten und die Kämpfer ausbildeten. Auf diesem Hintergrund ist es sehr zynisch in den Ohren der Êziden, wenn Armee sagt, sie dulde keine Unterminierung der staatlichen Autorität durch bewaffnete Einheiten. Tatsächlich findet eine koordinierte Kriegführung gegen den Befreiungskampf der Kurden und der Êziden statt, wird der Angriff des Irak auf Druck und in Absprache mit der Türkei durchgeführt.

 

Die Türkei selbst hat mit ihren Angriffen in dem Gebiet esidische Milizenführer ermordet, die geholfen hatten, Tausenden das Leben zu retten. Sie setzt Drohnen und Kampfjets ein. Erklärtes Ziel von Erdogan ist es, die Befreiungsbewegung auch in Syrien und dem Irak auszurotten. Ausdrücklich bedankte sich Erdogan für die Kooperation durch Bagdad und Barzani. Die Bazani-Regierung ermöglicht der türkischen Armee Militärstützpunkte auf irakischem Gebiet und schneidet den Befreiungskämpfern Fluchtwege ab.

 

Solidarität mit dem Befreiungskampf der Kurden und der Êziden!
Schluss mit sämtlichen Waffenlieferungen an die Türkei, den Irak und den Barzani-Clan!

 

Leserhinweis: Ab heute ist in der arte.tv - Mediathek eine Doku über Jesidinnen in nordirakischen Flüchtlingslagern zu sehen. Wie sie sich zu organisieren versuchen, auch die
aktuellen türkischen Angriffe werden erwähnt!