Mitgliederschwund
Kirchen verlieren an Bedeutung
„Kirchen verlieren an Bedeutung“ - so der Titel eines Artikels in der Hessisch-Niedersächsischen Allgemeinen vom 14. April 2022.
Im Jahr 2021 waren trotz Kirchenaustritten immer noch 51% der Deutschen Mitglieder der evangelischen oder katholischen Kirche. Im Frühjahr 2022 befinden sich erstmals seit Jahrhunderten eine Mehrheit der Menschen in Deutschland nicht mehr im Schoß einer der beiden großen Kirchen. Das ist eine historische Zäsur, denn es ist nicht mehr „normal“, Kirchenmitglied zu sein.
Das Allensbach-Institut stellte fest, dass zuerst die Leute den Glauben an wesentliche Inhalte des Christentums verlieren. So glaubten Weihnachten 2021 nur noch 37% der Bevölkerung, dass Jesus Christus Gottes Sohn ist (1986 noch 56%). Darauf folge die Abwendung von der christlichen Kulturtradition. Natürlich spielen auch Kritik und Empörung über den Umgang der Kirchen mit sexueller Gewalt gegen Kinder und Jugendliche durch einen Teil ihrer "Würdenträger" eine Rolle.
Weltanschaulich kehrt sich also eine Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland von der religiösen Denkweise der großen Kirchen ab. Und sie richten sich im Alltagsleben nicht mehr nach der christlichen Kulturtradition. Eine Herausforderung, die antireligiöse und atheistischen Propaganda zu verstärken. Und es muss sofort Schluss sein mit den vielfachen staatlichen Privilegien der großen Amtskirchen! In dieser Hinsicht ist sogar noch die bürgerliche Revolution nachzuholen.