Youtube-Livestream
Erfolgreiche Premiere des Dokumentarfilms "Zeit der Verleumder"
Dror Dayan, Filmemacher aus Jerusalem, und Susann Witt-Stahl, Journalistin und Kulturredakteurin aus Deutschland, nehmen in ihrem Dokumentarfilm "Zeit der Verleumder" Stellung gegen die Stigmatisierung von Kritikern der israelischen Apartheidspolitik als angebliche Antisemiten.
Zwischen 1.500 und 1.700 Zuschauer haben den Youtube-Livestream gesehen, der am 10. Oktober ab 18 Uhr gelaufen ist, fast 300 Menschen haben die anschließende Diskussion der Protagonisten, Moshe Zuckermann und Rolf Becker, und der beiden Filmemacher via Zoom verfolgt.
Dokumentiert wird eine wichtige Konferenz von 2018. An ihr nahmen u.a. fortschrittliche Kritiker der israelischen reaktionären Politik gegen die Palästinenser teil, darunter Moshe Zuckermann, Rolf Becker, Jackie Walker, Ali Abunimah, Moshé Machover, Judith Bernstein und Esther Bejarano. "Der Rechtstrend in der westlichen Welt hat bizarre Erscheinungsformen. Linke werden als ›Nazis‹, jüdische Antifaschisten als ›Verräter‹ diffamiert", hieß es in dem Aufruf des Projekts "Kritische Aufklärung" zu der Konferenz mit dem Titel "Zur Zeit der Verleumder" – in Anlehnung an ein Gedicht des österreichischen Schriftstellers Erich Fried. Am 10. Februar 2018 waren deutsche, israelische, palästinensische, britische und US-amerikanische Wissenschaftler, Publizisten, Künstler und politische Aktivisten in Berlin zusammengekommen und haben vor rund 250 Besuchern die Instrumentalisierung von Juden, dem Judentum und der jüdischen Katastrophe für Antikommunismus und Rechtfertigung reaktionärer Politik analysiert und angeprangert.
Bereits Anfang der 1980er-Jahre hatte Erich Fried die Stigmatisierung jüdischer Linker als "rote Antisemiten" angeklagt. "Was seinerzeit mit wütenden Polemiken begann, ist heute zu einem Komplex aus Rufmordkampagnen und Sanktionen ausgewachsen, die aus den etablierten Parteien und der AfD, sogar von 'Antisemitismusbeauftragten' der Bundesregierung und der Landesregierungen, von christlichen Fundamentalisten, von 'Antideutschen' ... initiiert oder gefördert werden. Dabei wird selbst vor Opfern des Naziterrors nicht mehr haltgemacht."
Die MLPD, selbst von unhaltbaren "Antisemitismus"-Vorwürfen betroffen, hat sich von Beginn an entschieden gegen die Diffamierung von Israelkritikern gewandt. Gerade deswegen, weil sie jeglichen tatsächlichen Antisemitismus als eine rassistische, antikommunistische, reaktionäre, zutiefst spalterische Ideologie brandmarkt und ablehnt. Vor lauter Gegeifer gegen angeblichen "linken Antisemitismus" von BDS, fortschrittlichen Juden, palästinensischen Revolutionären, MLPD und anderen kommen "Antisemitismus"-Beauftragte der Bundesregierung und der Länder, Regierung und bürgerliche Politiker doch gar nicht dazu, den wirklichen Antisemitismus in Deutschland zu bekämpfen, zu bestrafen und zu überwinden. Was geschah denn im Vorfeld des faschistischen Anschlags auf die Synagoge in Halle und die Menschen, die sie besuchten? Wo ist das Verbot aller faschistischen Organisationen, diesen Menschenverächtern, den wirklichen Antisemiten? Die MLPD steht für die Losung "Gib Antikommunismus, Faschismus, Rassismus und Antisemitismus keine Chance!"
Der Film "Zeit der Verleumder" dokumentiert Höhepunkte und zentrale Thesen der Konferenz. Ergänzt werden die Szenen durch Interviews, umfangreiches Recherchematerial, Fotos und Videos, darunter auch bislang unveröffentlichte Aufnahmen einer Lesung von Erich Fried aus dem Jahr 1988. Der Film ist Esther Bejarano gewidmet, die mit einer mahnenden Grußbotschaft mitgewirkt hat und am 10. Juli 2021 im Alter von 96 Jahren verstorben ist.
- Hier der Link zum Trailer: www.youtube.com/watch?v=GUow8f7lkZs
- Der Film ist für weitere Aufführungen auf Anfrage beim Projekt Kritische Aufklärung erhältlich.
- Auf dessen Webseite gibt es auch weitere Ausschnitte, Interviews und Statements aus dem Film.