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Rebellisches Musikfestival ging fulminant zu Ende – Polizei und Ordnungsamt zum Trotz - Jetzt mit Bildreport

Zwei Tage voll rebellischer, fortschrittlicher, revolutionärer Politik, Kultur und Kunst gipfelten am gestrigen Abend in einem großartigen Finale mit tollen Bands und begeisterten Teilnehmerinnen und Teilnehmern.

Von ffz
Rebellisches Musikfestival ging fulminant zu Ende – Polizei und Ordnungsamt zum Trotz -  Jetzt mit Bildreport
Stefan Engel und Grup Yorum auf der Bühne (rf-foto)

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Kurz nach 18 Uhr startete der rebellische Songcontest zum Thema "Gib Antikommunismus keine Chance!", bei dem neun Interpretinnen und Interpreten selbst geschriebene fortschrittliche Lieder zum Besten gaben. Auf der Bühne standen: Karl Nümmes aus Berlin mit seinem Song „Seehofers Nächte sind lang“; Ahmadou aus Rojava, der gegen den faschistischen türkischen Präsidenten Erdoğan rappte; „Gehörwäsche“, die ihr Lied „Kommunist“ zum Besten gaben; Master Al aus Hamburg; Lucky Deal mit Jonas und Fabi; „Los Pueblos“ aus dem Rhein-Main-Gebiet; Alassa Mfouapon und Geoffrey, unterstützt von einem Mitglied von „Gehörwäsche“, mit dem Lied „Solidarity forever“. Master Al belegte den dritten Platz. „Gehörwäsche“ kam auf Platz zwei und „Los Pueblos“ erkämpften sich den ersten Platz. Ihr Preis: Eine Aufnahme eines ihrer Songs auf CD. Der Contest war ein voller Erfolg.

 

Inzwischen waren zwei Leute vom Ordnungsamt Gelsenkirchen auf dem Platz erschienen, die überprüfen sollten, dass Grup Yorum und andere Interpreten keine „verbotenen Texte“ darbieten. Auch Polizei war rund um den Platz aufgefahren. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer protestierten entschieden.

 

Zu den revolutionären Texten und mitreißenden Rhythmen von Umuda Hakiris ging das Publikum voll mit. Der vor der Bühne ausgelegte Kunstrasen sorgte dafür, dass niemand im Schlamm versank. Zum letzten Song von Umuda Haykiris kamen Vertreter des Internationalistischen Bündnisses auf die Bühne. Für das Bündnis sprach Ulja Serway und beglückwünschte das Festival für den Erfolg. Zwischen dem Rebellischen Musikfestival und dem Internationalistischen Bündnis gibt es viele Parallelen gibt. Selbst organisiert, Arbeiter, Jugend, Bauern etc. alle arbeiten zusammen. Zusammen mit Fritz Ullmann und einem Vertreter der Konföderation der Arbeiter aus der Türkei in Europa (ATIK) stellte sie fest, dass der Ausweg aus den Dauerkrisen, die der Kapitalismus hervorbringt, der echte Sozialismus ist.

 

Danach wurde es mit Bastian Wadenpohl Zeit für ruhigere Töne, bevor unter begeisterten Beifall des Publikums Grup Yorum die Bühne betraten. Nach ihrem ersten Lied baten sie den Leiter der Redaktion des REVOLUTIONÄRER WEG, Stefan Engel, auf die Bühne. Das war außergewöhnlich und etwas Neues, dass sie Stefan Engel in ihr Programm eingebunden haben und so zum Ausdruck brachten: Das ist unsere gemeinsame Sache! Stefan Engel beglückwünschte das Rebellische Musikfestival für seinen erfolgreichen Ablauf, und betonte, dass es gegen den Antikommunismus durchgekämpft worden ist. „Dieses Festival ist ja ein Kulturfestival. Wir tauschen internationalistische Widerstandskultur, revolutionäre Kultur, die Kultur der Arbeiterbewegung aus, um uns gegenseitig politisch, ideologisch und moralisch zu stärken“, so Stefan Engel. Gegen die Repression gegen das Festival erklärte er unter anderem: „Ich möchte an dieser Stelle auch entschieden dagegen protestieren, dass hier zwei Ordnungsamts-Mitarbeiter auf dem Platz herumlaufen, incl. Kenntnis der türkischen Sprache, und überprüfen sollen, ob hier die richtigen Lieder gesungen werden. Wir brauchen keine Aufpasser! Wir machen unsere Kultur so, wie wir es für richtig halten!“ Er stellte fest: „Aber noch viel wichtiger ist, dass wir uns nicht kleinkriegen lassen, dass wir uns nicht einschüchtern lassen. Es ist wichtig, dass wir diese Losung: „Gib Antikommunismus keine Chance!“ mit Leben füllen, dass wir uns nicht einen Millimeter zurückdrängen lassen.“

 

Grup Yorum wurden für ihren überzeugenden Auftritt vom Publikum gefeiert, bevor abschließend „Gehörwäsche“ die Bühne betraten und mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern das Festival ausklingen ließen. Das vierte Rebellische Musikfestival hat ein Stück fortschrittlicher und revolutionärer Musikgeschichte in der „Stadt der 1000 Feuer“ geschrieben.