27./28. August 2021 in Gelsenkirchen
Noch drei Tage bis zum Rebellischen Musikfestival
Das Rebellische Musikfestival findet nun zum vierten Mal statt. Letztes Jahr fiel es wegen Corona aus; auch dieses Jahr musste es nochmals vom Frühjahr auf August verschoben werden. Aber jetzt ist es soweit: am 27. und 28. August findet das Festival statt. Start ist am Freitag 16 Uhr, Ende Samstag 24 Uhr - im Gelsenkirchener Revierpark Nienhausen.
Dieses Festival verkörpert rebellische, antifaschistische, optimistische Kultur – und ist damit klares Kontrastprogramm zur negativ ausgerichteten bürgerlichen Kultur. Das schlägt immer wieder Wellen – ein Grund mehr, selbst hinzukommen!
2018 starteten das Bundesinnenministerium unter Horst Seehofer und die Thüringische Landesregierung unter Bodo Ramelow in trauter Einheit mit Verfassungsschutz und BKA den Versuch, das Festival zu verhindern. Stefan Engel, einer der Schirmherren des Festivals, wurde zum „Gefährder“ erklärt. Als Vorwand galt der Auftritt der fortschrittlichen türkischen Band Grup Yorum, die weder in der Türkei noch in Deutschland verboten ist. Dieser Versuch scheiterte: Das Rebellische Musikfestival fand begeisternd statt – und nun hat das Verwaltungsgericht Meiningen die Gefährdereinstufung von Stefan Engel für rechtswidrig erklärt!
In der aktuellen Pressemitteilung des Festival-Vereins heißt es: „Das Rebellische Musikfestival ist Internationalismus live!“ Und Jonas Dachner vom Verein des Rebellischen Musikfestivals freut sich "auf Musiker aus Kamerun, Syrien, Palästina, Kurdistan, der Türkei, Deutschland und dem Balkan. ... Wir... zeigen klare Kante gegen jegliche imperialistische Außenpolitik. ... Laut Innenminister Seehofer ist Afghanistan ein 'sicheres Herkunftsland'. Kanzlerkanidat Laschet (CDU) sorgt sich bloß um eins: '2015 darf sich nicht wiederholen'. Diesen Politikern überlassen wir nicht unsere Zukunft!“
Das Festival-Team informiert über das Line-Up: Der Freitag steht im im Zeichen von „Kein Fußbreit den Faschisten – Refugees welcome – Hoch die Internationale Solidarität!“, u.a. mit Microphone Mafia, Heinz Ratz, Malaka Hostel (siehe Foto), Künstlern aus verschiedenen Ländern – tanzbar, internationalistisch, rebellisch mit Ska, Polka, Balkanbeats, Rap, Reggae. Der Samstag startet mit einem Kinderprogramm mit Karl Nümmes, Zumba und Akrobatik. Nachmittags spielen: Melchi Vepouyoum aus Kamerun, Sound of SU, Komodo Fox und die Band Umuda Haykiris, der Liedermacher Bastian Wadenpohl aus Wuppertal mit Gitarre und Kontrabass, der palästinensisch-syrische Pianist Ayham Ahmad. Abends sind neue Lieder unter dem Motto „Gib Antikommunismus keine Chance!“ zu hören und zum Tanz: Los Pueblos, Grup Yorum, Gehörwäsche und die Papa-Dula-Band.
Fester Bestandteil sind Infopoints zu verschiedenen Themen, an denen man sich informieren kann, diskutieren und sich zusammenschließen. Für leckeres Essen sorgen internationale Spezialitätenstände. Beim Infopoint „Bildung und Ausbildung“ gibt es u.a. rebellische Berufsberatung und direkt Werkzeuge zum Ausprobieren, Bergbauutensilien und Werbung für den studentenpolitischen Ratschlag des Internationalistisches Bündnisses im November 2021.
Vor einer Schule gab es großes Interesse nicht nur an der Musik: „Über Afghanistan erfährt man nichts Genaues, keine Fakten – gut, dass man sich bei dem Festival informieren kann!“ Und ein kurdischer Friseur: „Grup Yorum – kenne ich. Die machen Musik für das Volk. Alle Bandmitglieder geben in ihren Heimatorten Musikunterricht für viele Kinder. So haben sie immer viel Nachwuchs!“ Seither hängt das Festival-Plakat im Schaufenster und jeder Kunde bekommt einen Flyer „geschenkt“.
Keine Begrenzung der Teilnehmerzahlen! Über eine wichtige Veränderung informiert die Pressemitteilung: „Wir haben ein ausgezeichnetes Gesundheitsschutzkonzept! ... Aus diesem Grund haben wir entschieden, keine Begrenzung für die Teilnehmerzahlen auszugeben. In NRW sind Veranstaltungen unter freiem Himmel mit bis zu 2500 Menschen erlaubt. Unsere Maßnahmen gehen aber über das von NRW-Ministerpräsident Laschet geforderte hinaus. Jeder Teilnehmer muss einen negativen Corona-Test nachweisen, der nicht älter als 24 Stunden sein darf – auch Geimpfte und Genesene!“
Johannes, 20 Jahre: „Jahrelang hatte ich mir vorgenommen, zum Rebellischen Musikfestival zu gehen, 2021 ist es endlich soweit – ich bin dabei! Als eingefleischter Metal- und Rock-Fan sind Konzerte für mich Balsam für die Seele, bei Festivals hingegen geht es leider immer zu viel um Alkohol und Drogen. Das Rebellische Musikfestival hingegen ist ein Kulturprogramm der neuen Art – hier wird ein Miteinander ohne Suff und Druff ermöglicht, genau das zahlt sich auch in puncto Gemeinschaft und Atmosphäre aus. Bei einer klassischen Musikveranstaltung kommt es nicht vor, dass die Künstler auch tiefergehend von ihrem Leben und Wirken erzählen – hier schon!“
Beim Verteilen der Flyer und der weiteren Werbung für das Festival kommt es darauf an, auch alle praktischen Fragen gemeinsam zu klären, wie Finanzen, Fahrt und Übernachtung. Die drei Tage dafür voll nutzen!
Eine Clique aus NRW plant ihre gemeinsame Fahrt: „Endlich wieder Festival mit Feiern und Zelten! Aber auch, dass hier gemeinsam mit angepackt wird, ist klar. Unser Plan ist: Freitagabend machen wir zusammen Dienste, Samstagabend wird zusammen getanzt.“
Auch, dass hier alles selbstorganisiert und -finanziert wird, ist fester Bestandteil der rebellischen Kultur. Vor Ort kann sich jeder eintragen auf einer Zeitspendentafel fürs Mitmachen beim Essensverkauf, Putzen usw.
Das Festival-Ticket kostet 35 Euro; Solipreis 45 Euro. Zelten ist inbegriffen (Zelt muss aber selber mitgebracht werden)! Tagesticket: Freitag 20 Euro; ab 18 Uhr 15 Euro; Samstag 25 Euro; ab 18 Uhr 15 Euro. Kinder bis 6 Jahre umsonst. Sonderpreis für Leute, die ausschließlich zum Helfen kommen: 2 Tage 15 €, ein Tag 8 €. Schnuppertickets für max. eine Stunde sind frei - nur bis 18 Uhr! Und NEU: 7-14-jährigen zahlen Freitag 5 Euro und Samstag 10 Euro Eintritt. Und für Familien gilt: 25% Rabatt auf die Karten der Eltern und ihrer 7-14jährigen Kinder.
Auf der Homepage rebellischesmusikfestival.de gibt es alle weiteren Infos!