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EM 2020 - eine Zwischenbilanz

Schon die Vorrundenspiele haben gezeigt, dass es keine sogenannten „schwachen“ Gegner in einer EM-Endrunde gibt. Spielerische Klasse allein genügt nicht: Ohne Teamgeist, selbstbewusste Kampfstärke und richtig umgesetzter Taktik reichen spielerische und technische Überlegenheit allein nicht aus. Das Achtelfinale hat ungeheuer spannende und kampfbetonte Spiele gezeigt. Allein vier Spiele gingen in die Verlängerung. Das zeigt die Ausgeglichenheit der europäischen Spitzenmannschaften.

Korrespondenz aus Stuttgart
EM 2020 - eine Zwischenbilanz
Spielszene aus dem Match Wales gegen die Schweiz, das in Baku stattfand (foto: President.az (CC-BY 4.0))

Im Achtelfinale purzelten reihenweise die Favoriten aus dem Turnier: Niederlande, Europameister Portugal, Vizeweltmeister Kroatien, Weltmeister Frankreich und Deutschland. Am beeindruckendsten war der Kampfwille der Schweizer, die die Arroganz der mit Stars gespickten französischen Mannschaft eiskalt bestraft haben.

 

Ein niveauarmes Match im Wembleystadion von London lieferten England und die DFB-Elf ab. Das vorsichtige Abtasten bis zur 75. Minute war keine Werbung für schönen Fußball. Dem Minimalfußball der Briten hatten die deutschen Spieler nichts offensiv entgegenzusetzen. Das anfangs ganz erfolgreiche Ablaufen der Bälle in der gegnerischen Hälfte in der ersten Halbzeit führte zu keinem Vorteil im Angriff. Im ganzen Turnier zeigten sich die bekannten Schwächen der deutschen Mannschaft. Sowohl in der Abwehr mit sieben Gegentoren als auch mit der schlechten Chancenverwertung im Sturm bleibt das Team nur Mittelmaß. Die Stärke der Engländer war, ihre wenigen Torchancen zu nutzen! Deshalb ist das Ausscheiden der deutschen Elf vollkommen gerechtfertigt.

 

Vielversprechend wird das Viertelfinale mit dem Aufeinandertreffen der Favoriten Belgien und Italien. Während sich die Spanier den kampfstarken Schweizern stellen müssen, hat England mit der Ukraine einen bezwingbaren Gegner und spannend wird sicher auch die Begegnung Tschechien gegen Dänemark. Deshalb kommt mindestens ein Nichtfavorit ins Halbfinale!

 

Angesichts der starken Ausbreitung der Covid-19-Delta-Variante in Europa hat die UEFA als Organisator der EM 2020/21 eine unverantwortliche Erpressungspolitik gegen die Austragungsorte und ihre Länder betrieben! Wobei diese auch keine Unschuldslämmer sind. Die Zuschauerzahlen in London sollten von 45.000 auf 60.000 Zuschauer in den restlichen Finalrunden erhöht werden (Stuttgarter Nachrichten 26./27.06.21). Und unverschämterweise hat die UEFA von den britischen Behörden verlangt, dass es Ausnahmeregeln für alle „VIP-Gäste“ (keine Quarantäne) bei der Ein- und Ausreise geben soll! (SZ, 19./20.06.21) In den nächsten Wochen wird sich zeigen, ob diese Pandemiepolitik nicht wie ein „Brandbeschleuniger“ der sich in Europa gerade stark ausbreitenden Delta-Variante erweisen wird! Alles nur, damit der Dollar rollt!