Flüchtlinge

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Kara Tepe / Lesbos: „Ich bin im Dschungel geboren“

„Ich bin im Dschungel geboren“, so die Aussage des sechsjährigen Ahmad auf die Frage von Omid Raihan Alizada vom Moria Corona-Bewusstseinsteam. Omid erklärte uns, dass die Zeltbereiche im alten abgebrannten Moria-Camp so genannt wurden.

Pressemitteilung von Solidarität International Emscher-Lippe
Kara Tepe / Lesbos: „Ich bin im Dschungel geboren“
Ahmad, sechs Jahre alt, spielt bei 38 Grad Hitze auf dem Boden im Camp Kara Tepe / Lesbos (foto: Solidarität International)

„Unvorstellbar, dass ein Kind seit seiner Geburt vor sechs Jahren in diesem Camp lebt und noch nie etwas anderes gesehen hat. Dies bringt die ganze menschenverachtende Flüchtlingspolitik der EU und der Regierungen auf eine traurige Art und Weise auf den Punkt“, so Marlies Schumann, Regionalsprecherin von SI Emscher-Lippe. Omid schrieb uns weiter: „Wir haben viele Kampagnen an den vergangenen Weltflüchtlingstagen gemacht, aber leider scheint sich an unserem Lebenszustand hier nichts zu ändern. Trotzdem müssen wir warten und kämpfen, bei der Hitze im Sommer, bei Winterstürmen, leben in geteilten Zelten und mit dem schlimmstem Leben in einem europäischen Flüchtlingslager.“

 

In vielen Städten wurde am Weltflüchtlingstag, dem 20. Juni, auf diese Lage der Flüchtlinge aufmerksam gemacht. „Aber es ist doch klar, dass die EU-Politiker und die deutsche Bundesregierung dies alles kennen, wir müssen sie nicht darauf aufmerksam machen. Wir müssen den Druck auf sie erhöhen, gemeinsam mit den Flüchtlingen, diese unmenschlichen Flüchtlingscamps aufzulösen,“ so Marlies Schumann.