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Covid-Infektion: Berufskrankheit bzw. Arbeitsunfall?

Nach Information der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) kann eine SARS-CoV-2-Infektion bzw. eine Covid-19-Erkrankung als Arbeits- bzw. Wegeunfall oder als Berufskrankheit anerkannt werden.¹ Das zu klären ist für die Beschäftigten wichtig, da die Leistungen, u. a. bei der Rehabilitation, besser sind als bei den gesetzlichen Krankenversicherungen. Das ist vor allem auch bei Langzeitfolgen und eventueller Berufsunfähigkeit wichtig.

Von gp

„Die Anerkennung einer Covid-19-Erkrankung als Berufskrankheit (BK-Nr. 3101 Infektionskrankheiten) setzt voraus, dass die erkrankte Person im Gesundheitsdienst, der Wohlfahrtspflege oder in einem Laboratorium tätig war oder durch eine andere Tätigkeit in ähnlichem Maße infektionsgefährdet war.

 

Erfolgt eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infolge einer Beschäftigung außerhalb dieser Tätigkeitsbereiche bzw. in Bereichen mit nachweislich geringerer Gefährdung, kann die Erkrankung einen Arbeitsunfall darstellen. Dies gilt auch, wenn die Infektion auf dem Weg zur oder von der Arbeit erfolgt ist (Wegeunfall).“²

 

Hier genau aber beginnt das Problem: Denn die oder der Infizierte muss eindeutig nachweisen, dass es während der Arbeit zu einem längeren intensiven Kontakt mit einer infizierten Person gekommen ist.³ Gleichzeitig muss aber auch ausgeschlossen sein, dass eine Infektion außerhalb der Arbeit stattfinden konnte. Das dürfte sehr schwierig sein.

 

Im Einzelfall kann aber auch der Nachweis gelten, dass es innerhalb eines Betriebs oder einer Einrichtung eine größere Anzahl nachweislich infizierter Personen gegeben hat. Corona-Hotspots in Tönnies- oder Logistik-Betrieben wären so ein Beispiel.

 

Bislang liegen erst 30.000 Anzeigen auf Arbeitsunfall bzw. Berufskrankheit bei den Unfallversicherungsträgern vor. Der DGB geht davon aus, dass viele Unternehmen und Vorgesetzte mauern, obwohl sie gesetzlich zur Meldung verpflichtet sind. Doch jede Kollegin und jeder Kollege kann selbst eine Anzeige bei der Unfallversicherung stellen und sollte das auch tun.