Lesbos / Kara Tepe
Auf Augenhöhe mit den Menschen in Kara Tepe
Seit einem Jahr pflegt die Solidaritäts- und Hilfsorganisation Solidarität International (SI) die enge solidarische Zusammenarbeit mit der griechischen Organisation OXI auf Lesbos in Griechenland. Diese wiederum ist Teil des Netzwerkes „Stand by me Lesvos“, das engagiert in Moria und inzwischen in Kara Tepe arbeitet.
Spendensammlung von mehr als 100.000 Euro, politische Protestaktionen zur Auflösung der Lager, Sammlung von Nähmaschinen und Stoffen, Selbstverpflichtung zur ständigen Presseinformation – die Zusammenarbeit war und ist vielschichtig.
Bemerkenswert sind die Grundprinzipien der Arbeit von „Stand by me Lesvos“. Dazu Marlies Schumann von Solidarität International: „In einem politischen Umfeld mit viel Korruption erblüht bei ‚Stand by me Lesvos‘ aus jedem Euro ein Blumenbeet. Der Grund: Die Aktivistinnen und Aktivisten setzen auf Eigeninitiative und Selbstorganisation der Flüchtlinge. Anstelle undurchsichtiger Projektbeschreibungen und Charity-Geschäftemacherei legen sie regelmäßig und detailliert Rechenschaft über ihre Arbeit ab. „Soeben erschien der Jahresbericht mit einer beeindruckenden Bilanz – fast 50 Seiten geballte Ladung Fakten und Berichte."
Darin heißt es „‘Stand by me Lesvos‘ konzentriert die Arbeit auf verschiedene Programme, die sich mit Bildung, Abfallmanagement, Bewusstsein und Unterstützung der Gemeinde (d. h. der armen Bevölkerung griechischer Gemeinden, SI) befassen. Das größte Programm, das 50 Prozent unseres Budgets absorbiert hat, ist das Recycling, während 30 Prozent für das Pandemiebewusstseins-, Informations- und Linderung-der-Folgen-der-Pandemie-Programm ausgegeben wurden. … Um die Situation zu ändern, braucht es viel Arbeit. „Stand by me Lesvos“ (SPML) konzentrierte seine Arbeit und Aktivitäten auf die Unterstützung von Projekten selbstorganisierte Flüchtlingsgruppen.“ (Vorwort von Michalis Aivaliotis)
Marlies Schumann: „Man würde sich wünschen, dass die Qualitätsstandards von SBML allgemein verbindlich für alle Nichtregierungsorganisationen werden. Das ergäbe schnell eine radikale Flurbereinigung zum Nutzen der Flüchtlinge.“