Flüchtlinge
Brauchen die Flüchtlinge auf Lesbos weniger medizinische Hilfe?
Die Flüchtlinge in Kara Tepe sind neben der Corona-Gefahr und der Kälte auch noch einer Bleivergiftung auf dem ehemaligen Militärgelände ausgesetzt.
Die Organisation Ärzte ohne Grenzen hat sich mit dafür eingesetzt, dass aufgrund dieser zusätzlichen Gefährdung das Camp geräumt werden muss. Jetzt, eine Woche später, entlässt Ärzte ohne Grenzen 30 Mitarbeiter auf Lesbos.
Unsere Partner in Kara Tepe, „Stand by me Lesvos“, haben uns am 7. Februar geschrieben: „Gestern, den 6. Februar, versammelte sich eine Gruppe ehemaliger Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen, etwa 30 Personen, vor den Büros der Organisation in Chrysomallousa, um gegen den Verlust ihrer Arbeitsplätze zu protestieren. Auf den Plakaten vor dem Gebäude stand: ‚Wir fordern, dass die Entlassungen sofort aufgehoben werden und keine weiteren Entlassungen stattfinden‘, ‚Wir fordern stabile und dauerhafte Arbeitsplätze‘ und ‚Diskriminierung ist auch mit Make-up hässlich‘."
„Ich frage mich, wie geht die NGO 'Ärzte ohne Grenzen' mit ihren Mitarbeitern um, dass sie gezwungen sind, für ihre Arbeitsplätze zu demonstrieren? Ist die medizinische Versorgung auf Kara Tepe so gut, dass man auf 30 Mitarbeiter verzichten kann? An Spendengeldern kann es nicht fehlen!“, so Marlies Schumann, Regionalsprecherin von Solidarität International Emscher-Lippe. … "Wir erwarten, dass Ärzte ohne Grenzen dies auch einlöst, gestützt auf ihre Mitarbeiter und in Zusammenarbeit mit den Flüchtlingen selbst."
Einen wichtigen Beitrag dafür leisten die Flüchtlinge selbst - gemeinsam mit den Bewohnern, wenn sie den Kindern Schach beibringen oder - im Rahmen der selbstorganisierten Schule - auch Kunstunterricht geben. Hierin kommen der Wille und die Hoffnung auf ein Leben in Würde zum Ausdruck.