Lesbos

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EU-Duschen in Kara Tepe angekommen

Nach sage und schreibe fünf Monaten gibt es nun im Flüchtlingslager Kara Tepe Duschen mit Dach. Monatelang schrieben Flüchtlinge und Mitstreiter vom Solidaritätspakt zwischen SI und OCHI Petitionen und Protestbriefe.

Jordanis Georgiou
EU-Duschen in Kara Tepe angekommen
Das Dach über den Duschen wird installiert (Foto: Solidarität International)

Vorgestern war der Eimerduschplatz geschlossen, ihr wisst, dass man das Duschen nennt, wo man euch heißes Wasser gibt und ihr es euch selbst eingießen könnt. Auf die Frage, warum es geschlossen ist, ist die Antwort, die jemand von Flüchtlingen bekam, heute ist zu kalt für warmes Wasser. Also wenn es kalt hier ist, gibt es keine Heizungen, die Stromversorgung wird sehr instabil und es gibt nichtmal heißes Wasser.

 

Jetzt gibt es ein Dach für die Duschen. Einmal pro Woche kann ein Flüchtling dort sieben Minuten duschen. Die EU nennt das in ihrem jüngsten Bericht ein "visible improvment". Jeden Tag werden Wassertanks im Camp von Tanklastern gefüllt, weil es dort kein fließendes Wasser gibt. Wo die Träger da durchlaufen, ist eine der Hauptstraßen des Camps Sie sind dauerüberflutet, weil es keine vernünftige Drainage gibt.

 

Die Firma, die das hätte machen sollen, hat zwar im Oktober 5,2 Millionen bekommen, bislang allerdings noch keinen Spatenstich getätigt.
Für Wasser und Hygiene wurden unter anderem dem Roten Kreuz von VW und Siemens im September ebenfalls 5 Millionen zur Verfügung gestellt.
Das Ganze als Wahnsinn zu bezeichnen wäre ein Euphemismus, denn jeder Wahn hat ein System, dieser hier nicht - außer, es handelt sich um ein ganz perfides Experiment, die Grenzen der Belastbarkeit von Menschen, deren einziges Vergehen es war, in Europa einen Asylantrag zu stellen, auszuloten.