Lesbos / Griechenland

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Camp Kara Tepe: „Wir sind immer noch in dieser Hölle“

Die Flüchtlinge im Camp Kara Tepe auf der griechischen Insel Lesbos leiden sehr unter einem Kälteeinbruch.

Von Jordanis Georgiou
Camp Kara Tepe: „Wir sind immer noch in dieser Hölle“
Durchgeschnittene Kabel - Die Elektrikerteams der Flüchtlinge aus dem Camp sind im vollen Einsatz, um den - von Vandalen verursachten - Schaden zu beheben (foto: Solidarität International)

Ein Helfer schreibt: "Guten Abend aus dem Camp, jetzt sind die Temperaturen unter null und es ist sehr kalt. Die Leute versuchen alles, um sich warm zu halten, aber wie? Unter anderem mit offenen Feuern, weil keine Heizungen funktionieren.

 

Außerdem hat wieder jemand ein paar Stromkabel durchgeschnitten. Also waren wir unterwegs, um das zu reparieren, damit die Leute wenigstens ein bisschen Strom haben. Die Kabel durchschneiden, das ist jetzt schon mehrmals passiert. Wir finden die Verantwortlichen – und dann ab ins Gefängnis von Mytilene. Kein Erbarmen mit solchen Kräften, die das Leben von Frauen und Kindern in Gefahr bringen.

Die Flüchtlinge vegetieren in der Eiseskälte in Sommerzelten vor sich hin. Die Zustände in Kara Tepe sind eine einzige Anklage gegen die griechische Regierung und die EU-Imperialisten.

Wir versuchen zu helfen, wo wir können, auch in den Nächten. Wir sind hier und machen unseren Job, aber das ist kein Leben."

 

Das erschütternde Statement einer jungen Frau aus dem Camp zeigt die Zustände auf, unter denen die griechische Regierung und die EU-Imperialisten Menschen skrupellos sich selbst überlassen: In einem Camp, in dem es keine Heizung gibt, in dem alle in Sommerzelten hausen müssen während die Temperaturen Nachts immer wieder unter null Grad fallen:

 

„Ich bin krank und erkältet. Nein, wir sind immer noch in dieser Hölle und ich weiß nicht, wann es zu Ende geht. Das Wetter ist so kalt geworden, dass wir sogar im Zelt frieren. Es gibt nicht genug Strom. Die Bedingungen sind so schrecklich und gefährlich.“