Lesbos/ Griechenland - Internationale Solidarität
Neu: Fast täglich Botschaften der Flüchtlinge von Kara Tepe an die Massen in Europa
Im Rahmen des Solidaritätspakts der Solidaritäts- und Flüchtlingsorganisation Solidarität International (SI) und der Selbstorganisation der Bewohner von Lesbos, OXI, und derem führenden Aktivisten Michalis Aiwaliotis, wurde eine vorbildliche und einzigartige Arbeit mit den Selbstorganisationen der Flüchtlige im Lager Kara Tepe auf Lesbos in Griechenland verwirklicht. Unter anderem kamen so 100.000 Euro an Spenden zusammen, die voll in diese Arbeit eingehen.sation Solidarität International (SI) und der Selbstorganisation der Bewohner von Lesbos, OXI, und derem führenden Aktivisten Michalis Aiwaliotis, wurde eine vorbildliche und einzigartige Arbeit mit den Selbstorganisationen der Flüchtlige im Lager Kara Tepe auf Lesbos in Griechenland verwirklicht. Unter anderem kamen so 100.000 Euro an Spenden zusammen, die voll in diese Arbeit eingehen.
Die Flüchtlinge im Lager schreiben mittlerweile fast täglich Berichte und Botschaften über die katastrophalen Zustände, mit denen sie sich im Lager Kara Tepe auf Lesbos an die Massen in Europa wenden. Das ist eine neue Qualität, die gar nicht hoch genug geschätzt werden kann. Was sie beschreiben, ist ein Skandal: Matschiger Boden, der bei Regen überflutet wird und sich zum See entwickelt. Kein fließendes Wasser. Unbeheizte Zelte, die Menschen können nicht trocknen und frieren in der Kälte. Krankheiten, einschließlich Corona-Infektionen breiten sich aus und es gibt kaum medizinische Versorgung. Insbesondere die Kinder leiden unter diesen menschenunwürdigen Bedingungen.
Entgegen der objektiven Realität im Lager verkündete der griechische Minister für Migration und Asyl, Notis Mitarachi, medienwirksam „eine Muster-Gastfreundschaftsstruktur auf der Insel zu schaffen“. In Übereinstimmung und Zusammenarbeit mit der EU-Kommission und ihrer Präsidentin Ursula von der Leyen. Ein Hohn angesichts der skandalösen Flüchtlingspolitik der imperialistischen EU.
Beispielgebende Selbstorganisation der Flüchtlinge
In einem Brief an Solidarität International (SI) und an die Massen in Europa schrieben die Flüchtlinge: „Guten Morgen aus dem Camp. Das ist also unsere Realität. Denken Sie, dass es nicht möglich ist, eine Drainage zu bauen, damit unsere Kinder auf trockenen Straßen laufen können? Das alles ist in Europa nicht möglich? Müssen wir wirklich so weiterleben? Was haben wir getan? Ist es ein Verbrechen, ein Flüchtling zu sein?“ In ihrer Not zeigen sie aber zugleich, welche Kraft und Möglichkeiten in ihnen stecken, die sie durch den Aufbau von Selbstorganisationen entfalten. So heißt es in ihrem Bericht: „Wir sagen euch, gebt uns einfach ein paar Rohre und Schaufeln und wir können das in einer Woche reparieren.“ Und weiter: „Das von uns unterstützte Elektroprojekt macht Fortschritte, jetzt werden neue Hauptleitungen für die Grüne Zone gelegt, dank von Flüchtlingen geführten Teams von Elektrikern, die mit der Elektroabteilung der Lagerleitung zusammenarbeiten. Es ist ein Beispiel dafür, wie Probleme kostengünstig und schnell behoben werden können. Derzeit unterstützen wir einen neuen Schritt, um die Hauptstraßen im Lager mit Licht zu versehen. Zwei Teams von Elektrikern arbeiten jeden Tag an diesem Projekt und wir hoffen, dass dies auch dazu beiträgt, zu verstehen, dass dieses Lager voll von qualifizierten Fachleuten ist, die gerne helfen und arbeiten“. „Im Lager setzen wir unsere tägliche Arbeit fort.
Es sind die Flüchtlinge, die für Sauberkeit, Hygiene, medizinische Hilfe usw. sorgen
Das Lager wird täglich durch die Flüchtlinge gesäubert. Die Kinder sammeln Plastikflaschen. Und wenn sie sie abgeben, bekommen sie Lebensmittel dafür. Neue Erste-Hilfe-Teams im Camp haben Zertifikate für Teilnehmer der Erste-Hilfe-Kurse erhalten. Es werden immer mehr Flüchtlinge ausgebildet“. Auch für einen Schulunterricht werden sie aktiv. „Das Programm steht schon. Großer Andrang besteht im Bereich Sprachunterricht. Wir werden Griechisch, Englisch und die Sprache ihrer Heimatländer unterrichten, damit die Kinder sie nicht vergessen. Weitere Bereiche sind Zeichnen, Musik, Rechnen, Computer. Wir wollen den Unterricht ausbauen - auf handwerkliche Berufe, wie Elektriker, Bauwesen und Landwirtschaft. An Lehrern fehlt es uns nicht. Die sind im Lager als Flüchtlinge und freuen sich, wenn sie den Kindern was beibringen“.
Entgegen den gezielten Spaltungsversuchen gegenüber der griechischen Bevölkerung setzen sich Flüchtlinge für die Einheit ein, wie z. B. bei der Verteilung von Lebensmitteln an arme und bedürftige griechische Bürger. Bekannt wurde ein Vorfall in Mytilene. Vor einem Supermarkt fand eine afghanische Familie eine Brieftasche mit Karten, 150 Euro und Ausweisen und gab sie einem Polizisten, der sie wiederum dem Inhaber übergab. Der Vorfall ließ den Polizisten selbst nicht unberührt, und er machte das in der Stadt bekannt.
Arbeit der Nichtregierungsorganisationen
Die Flüchtlinge schätzen die Arbeit von vielen freiwilligen Helfern, auch aus den NGOs. Aber die Gelder werden nicht für wirksame Maßnahmen eingesetzt. So berichtet der Flüchtlingshelfer Thomas von der Osten-Sacken¹: "Wie kommt (es), dass sich - trotz Anwesenheit von 70 NGOs und Abermillionen von gespendeten Euros – die Lage so darstellt: ... Im Camp gebe es noch immer kein fließendes Wasser. Die Menschen müssten deshalb auf Dixi-Klos und Eimerduschen ausweichen ... . ... Ein einziger zum Himmel schreiender Skandal." Dazu passt das Beispiel der norwegischen Hilfsorganisation "Drop in the Ocean", die - wie sich jetzt herausstellte - im Jahr 2019 knapp 350.000 Euro Gehälter für ihr Büro in Oslo zahlte und zusätzlich noch einmal gut 100.000 für andere Ausgaben. Geld, das eigentlich für die Arbeit mit Flüchtlingen gedacht ist. Die Leserinnen und Leser machen sich bitte ihre eigenen Gedanken... .
Besonders krass ist das Vorgehen des deutschen BAMF (Bundesamt für Migration und Flüchtlinge): Insgesamt zahlt der Bund bis Ende 2020 bis zu 56,4 Millionen Euro an Honoraren für Unternehmensberater. 47 Millionen allein für McKinsey - mit dem Ergebnis: Schärfere Sanktionen gegen Flüchtlinge. Die Rechte von Migranten auf den griechischen Inseln sollen eingeschränkt, mehr Menschen in Abschiebehaft genommen werden. Flüchtlinge sollten zudem möglichst davon abgehalten werden, Rechtsmittel einzulegen. Ein Skandal ohnegleichen und ein Beispiel für die reaktionäre Flüchtlingspolitik von Bundesregierung und EU.
Gemeinsamer Kampf gegen die imperialistischen Fluchtursachen
Die Selbstorganisation der Flüchtlinge zeigt, welche Kraft in ihnen steckt - unterstützt durch die internationale Solidarität. Für die MLPD und ihren Jugendverband REBELL ist es grundlegend, die Selbstorganisation der Flüchtlinge und die Zusammenarbeit wie den Zusammenhalt mit den Bewohnern, wie auch die wichtige Arbeit von SI zu unterstützen. Nur so kann eine gemeinsame Kampffront gegen den Imperialismus wachsen, der die Ursache der weltweiten Flüchtlingsbewegung ist. Gemeinsam muss der Forderung Nachdruck verliehen werden:
Sofortige Auflösung der EU-Flüchtlingslager!
Sofortige und vollständige menschenwürdige Unterbringung der Flüchtlinge in der EU!
Hier geht es zum Inhalt der Broschüre der MLPD "Bürgerliche Flüchtlingspolitik in der Krise"