Presseerklärung von Solidarität International (SI)
Flüchtlinge: Würden Tiere so behandelt, würde der Tierschutz eingreifen
In einem aktuellen Bericht der Flüchtlinge in Moria/Kara Tepe, die sich von selbst an die Solidaritäts- und Hilsforganisation Solidarität International (SI) und an die Massen in Europa wenden, erfahren wir von den himmelschreienden Zuständen in dem Lager an der Außengrenze Europas.
Ihr Aufruf zeigt, dass sowohl die Zustände dort, als auch im bosnischen Lager Lipa, das komplette Versagen der EU-Flüchtlingspolitik bezeugen. Oder soll man zutreffender sagen: Sie zeigen die von der EU beabsichtigten, abschreckenden Bilder? So zumindest hat es der Österreichische Kanzler, Sebastian Kurz, von deutschen Politikern unwidersprochen – auf den Punkt gebracht!
Die Flüchtlinge schreiben in ihrem Bericht am 9. Januar 2021: „Und wir fragen wieder: Gibt es irgendwo in Europa Tiere, die so leben müssen oder würde eine Tierschutzorganisation eingreifen? Und wir und unsere Kinder müssen so leben? Jeden Tag?“
Die Politik greift die Arbeit der Hilfsorganisationen nicht auf. Im Gegenteil! Ihre Arbeit läuft angesichts dieser Zustände komplett ins Leere. Was sollen Decken auf einem total aufgeweichten Boden bringen? Die Flüchtlinge fragen: „Ist kein Geld da für ein paar Schaufeln, Schotter und wenige Meter Drainagerohre?“
Andere Hilfsorganisationen haben mehr mit dem Aufbau ihrer Verwaltungsstrukturen zu tun, als mit Soforthilfe. So entsteht ein verheerender Eindruck: „All unsere Briefe und Anrufe bleiben ungehört. Keiner kümmert sich. Nur scheinbar interessiert es die Leute, mehr Geld mit uns zu verdienen. Aber wo ist dieses Geld?“
Solidarität International e.V. (SI) hat mit einem kleinen Stab und Hunderten ehrenamtlichen Helfern in der Bevölkerung über 100.000 Euro für Moria gesammelt. Davon ist jeder einzelne Cent bei den Flüchtlingen vor Ort angekommen. Die Flüchtlinge schreiben dazu: „Gestern fand eine Verteilung von Lebensmitteln an arme und bedürftige griechische Bürger in der Gemeinde Kalloni statt. Ein Team von lokalen Freiwilligen hat das unterstützt. Danke an Solidarität International.“
Sofortige Auflösung der EU-Flüchtlingslager!
Menschenwürdige Unterbringung der Flüchtlinge in der EU!