Online-Veranstaltung

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Free Moria - Stopp Abschiebungen - Spenden für zwei Schulbusse - aktualisiert

In dem Artikel hatten wir geschrieben, dass rund 60 Personen die Veranstaltung von Solidarität International und Freundeskreis Flüchtlingssolidarität in SI am 18. Dezember 2020 per Livestream verfolgt haben. In Wirklichkeit waren es viel mehr! Bis zum heutigen 24. Dezember haben 746 Menschen den Livestream verfolgt.

Jj/Gb
Free Moria - Stopp Abschiebungen - Spenden für zwei Schulbusse - aktualisiert
Tag der Menschenrechte im Lager Kara Tepe auf Lesbos (Foto: Solidarität International)

Man kann den Livestream auch im Nachgang noch anschauen und verfolgen. Hier ist der Link.

 

Und jetzt auch auf Englisch!

 

Hier das Spendenkonto für die Schulbusse:
Spendenkonto: „Solidarität International e.V.“,
IBAN: DE86 5019 0000 6100 8005 84
Stichwort Moria

 

Auf dem Podium vertreten waren Yacine aus Düsseldorf, Sprecher der Regionalgruppe NRW des Freundeskreises Flüchtlingssolidarität und selbst akut von Abschiebung nach Guinea bedroht; Alassa Mfouapon, Bundessprecher des Freundeskreises Flüchtlingssolidarität und bekannter Menschenrechtsaktivist, sowie Rechtsanwalt Frank Jasenski. Monika Gärtner-Engel, Mitbegründerin des Moria-Solidaritätspakts, führte durch das Programm.

 

Zwei junge Frauen aus Syrien trugen ein Lied über den Krieg in Syrien vor. Der im April 2020 zwischen Solidarität International und der Initiative "OXI - Lesvos resists Corona" geschlossene Solidaritätspakt wurde von Iordanis Georgiou (SI-Regionalgruppe Emscher-Lippe) vorgestellt: Soforthilfe, gemeinsamer politischer Kampf um die Auflösung der Lager, Zusammenarbeit auf Augenhöhe und Förderung der Selbstorganisation hier wie dort.

 

Der OXI-Aktivist Michalis beschrieb anschaulich, dass es hier um die gemeinsame Selbstorganisation der Flüchtlinge mit der einheimischen Bevölkerung ging. Großen Wert legen sie auf Bildung und Aufklärung: „Wir glauben, sie haben die Erfahrungen, die Fähigkeit und den Willen, Lösungen zu finden“, so Michalis. Neuestes Projekt ist die Anschaffung von zwei Schulbussen, damit die Kinder im Lager zur Schule gebracht werden können. Diese kosten insgesamt 8.000 Euro. Es gab Spendenzusagen in Höhe von mindestens 1230 Euro. Ein Schüler spendete 30 Euro von seinem Taschengeld. Ein anderer sagte 1.000 Euro von seinem Erbe zu. Die Forderung nach sofortiger Evakuierung der Flüchtlinge auf Lesbos wurde unterstrichen.

Weitere Beiträge thematisierten die geplanten Verschärfungen der EU-Flüchtlingspolitik. Dazu berichtete Yacine von einem Abkommen der Bundesregierung mit Guinea zur erleichterten Abschiebung von Flüchtlingen dorthin. Das geht vielfach einher mit Unterdrucksetzen der Betroffenen. Aktuell verweigert die Bezirksregierung Arnsberg Alassa Mfouapon die Erlaubnis, sich in seinen Ausbildungsort umzumelden. Obwohl er seinen Lebensunterhalt selbst bestreitet und ein anerkanntes Asylverfahren durchläuft, wird ihm ein elementares Recht verweigert! Das ist offenbar politisch motiviert.

 

Yacine betonte, dass der Freundeskreis für die Menschenrechte überhaupt stehe und für alle Menschen, die für die soziale Gleichheit kämpfen. Eine wichtige Frage war, wie Abschiebungen verhindert werden können. Öffentlichkeitsarbeit und Organisierung in Verbindung mit einer kompetenten und anwaltlichen Vertretung sind Trümpfe.

 

Der Freundeskreis Flüchtlingssolidarität in SI steht für die dauerhafte Zusammenarbeit und Organisierung von Flüchtlingen und demokratischen und revolutionären Kräften. Dies ist ein wichtiger Beitrag im Kampf gegen Fluchtursachen. Monika Gärtner-Engel rief dazu auf, den Blick gemeinsam zu weiten über die Fluchtursachen und über gesellschaftliche Alternativen jenseits des Kapitalismus zu diskutieren.