Solidaritätspakt zwischen SI und OXI auf den ägäischen Inseln
Moria: Der Solidaritätspakt lebt
Solidarität International e. V. ist eine Solidaritäts- und Hilfsorganisation. Sie arbeitet nach folgenden Prinzipien: Weltanschaulich offen - überparteilich - demokratisch - internationalistisch und finanziell unabhängig. SI gewährleistet, dass die Spenden zu 100 Prozent dem beschriebenen Zweck zukommen.
SI lebt durch viele Mitglieder, ihre Aktivität und ihre Fähigkeiten. Der regelmäßige Mitgliedsbeitrag (Mindestbeitrag 1,50 Euro) und die Übereinstimmung mit Programm und Satzung sind die einzige Voraussetzung für die Mitgliedschaft.
Seit über 20 Jahren unterstützt SI die Selbstorganisation der Menschen in vielen Projekten weltweit. Mit Michalis Aiwaliotis und seiner Organisation „Stand by me Lesvos“ haben wir einen Partner auf Lesbos gefunden, dem ebenso wie SI die Förderung der Selbstorganisation der Menschen am Herzen liegt. Michalis erklärt: „wie wir bei ‚Stand By Me Lesvos‘ Flüchtlinge sehen: Als Gäste, als Freunde, als Menschen, die vielleicht unterwegs sind, aber wo es auch eine Gegenseitigkeit gibt, ein Geben und Nehmen zwischen den beiden.“ Gemäß dieser Einstellung arbeiten viele griechische Bewohner mit Selbstorganisationen der Flüchtlingen und internationalen Helfern zusammen, organisieren Bildung, medizinische Hilfe und Hygieneausbildung, Müllbeseitigung, Trinkwasserversorgung aber auch Hilfe für die arme Bevölkerung auf Lesbos.
Unser Solidaritätspakt ist ein Pakt mit den Flüchtlingen und den griechischen Bewohnern auf Lesbos und ihrer „Initiative OXI–Lesvos resists Corona“. Kerngedanken sind, sofort zu helfen zur Verbesserung der Lage im Camp, die Selbstorganisation der Flüchtlinge zu stärken und vor allem gemeinsam aktiv zu werden für die sofortige Evakuierung sämtlicher Lager auf den ägäischen Inseln. Das ist verbunden mit der Verbreitung der Petition „Corona: Flüchtlinge aus Hotspots retten – Abschiebungen stoppen – Sofort!“ Diese Petition richtet sich gegen die EU-Politik, und fordert die vollständige Evakuierung aller EU-Lager an den Außengrenzen Europas. (Mehr dazu hier)
Nach dem Brand in Moria, als 12.000 Menschen auf der Straße lebten wurde das neue Lagers „Kara Tepe“ aus dem Boden gestampft, in dem es an Essen, Wasser, Gesundheitsversorgung und Hygiene von Anfang an mangelte.
Inzwischen hat sich die Lage in Kara Tepe enorm zugespitzt. Unser SI-Mitglied Jordanis Georgious berichtet: „Wir haben dies vorausgesehen. Mit dem ersten Regen werden die Menschen in den provisorischen aufgestellten Zelten, die keinen Boden haben, versinken. Das ist nun auch passiert. … Die Flüchtlinge mussten die Zelte verlassen und standen im Regen. Am 8. und 9. Oktober haben die Mitarbeiter des Asyldienstes jeweils für vier Stunden die Arbeit niedergelegt, aus Protest gegen die Arbeitsbedingungen und die unmenschlichen Bedingungen der Flüchtlinge.“
Heute wurde das Lager aufgrund schweren Regens ein zweites Mal überschwemmt.
In mehreren Demonstrationen haben Flüchtlinge und Insulaner zusammen die sofortige Evakuierung der Lager gefordert. Dieser kämpferische Zusammenhalt ist neben der konkreten Hilfe durch viele Geld- und Sachspenden der wohl wichtigste Erfolg unseres Solidaritätspakts.