Lesbos / Griechenland

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Das ist die Flüchtlingspolitik der EU - Fortsetzung

Jordanis Georgiou von der Solidaritäts- und Hilfsorganisation Solidarität International überbringt einen Bericht von Michalis Aiwaliotis von der Selbstorganisation der Bewohner von Lesbos, OXI. "Rote Fahne News" setzt den Bericht von gestern heute fort.

Von Jordanis Georgiou
Das ist die Flüchtlingspolitik der EU - Fortsetzung
Michalis Aiwaliotis von der Organisation OXI, mit der SI einen Solidaritätspakt geschlossen hat (foto: screenshot)

Ebenfalls wollen wir Holz kaufen, damit sich die Flüchtlinge, wenn die Kälte anfängt, Feuerstellen bauen können, um sich aufwärmen zu können. Wir verteilen kaltes Wasser in Flaschen und organisieren, dass - wenn die Kinder die leeren Flaschen zurückbringen – sie eine neue Flasche frisches Wasser erhalten. Das kommt gut an.

 

Es gibt sehr viel zu tun: Das Camp sauber machen, Müll wegbringen. Ich habe mit der Gemeinde ausgemacht, dass jeden Freitag die Gemeinde einen Ort bestimmt, wo sauber gemacht werden muss und dass freiwillige unter den Flüchtlingen das Durchführen. Diese Aktion kommt bei der einheimischen Bevölkerung, aber auch bei den Flüchtlingen gut an. Sie kommen ganz stolz und zufrieden zurück.

 

Wir haben ein schönes großes Zelt für die Nähmaschinen erhalten, die wir von den Courage-Frauen bekommen haben. Hier wird ständig gearbeitet. Das Zelt ist zum Treffpunkt der Frauen und Mädchen geworden. Es ist kein Zufall, dass sie gerettet wurden. Wir haben ständig das wachsende Gras weggemacht und einen Graben drum herum gegraben. Was mich sehr stört, ist, dass keine Bildung stattfindet. Das ist für alle, aber besonders für die Kindern sehr schlecht. Wir haben dafür kein Zelt bekommen. Wir haben vor, selber ein Zelt am Rande vom Lager aufzubauen und eine Schule aufmachen.

 

Aus den alten Registrierungen fehlen 2000 Flüchtlinge. Die Menschen waren da, aber wir wissen nicht, wo sie sind. Ich sehe hierfür drei Gründe. Es gibt sicher noch einige, die sich in den Wäldern verstecken. Es ist auch möglich, das einige es geschafft haben, aufs Festland zu kommen. Aber es ist auch möglich das Beamte mehr angegeben haben, und so mehr Geld zur Verfügung gestellt wurde. Dieses Geld hat dann seine dunklen Wege genommen.

 

Es werden täglich Flüchtlinge aufs Festland gebracht. Die Regierung will das Lager Kara Tepe für sechs Monate in Betrieb halten. Dann wollen sie die EU ein neues Lager aufbauen lassen. Es soll - unter der Führung der EU - auf Lesbos liegen und für 8000 Menschen ausgelegt sein. Deshalb bringt die griechische Regierung täglich Flüchtlinge aufs Festland.

 

Ich erfahre nächste Woche, wo das Lager aufgebaut werden soll. Die Flüchtlinge, die einen Asylpasus haben, werden in Athen auf die Straße gesetzt. Die meisten schlafen in den Parks und haben keinen Schutz. Die meisten hungern. Sie kehren wieder nach Lesbos zurück. Täglich kommen mit den Schiffen 20 bis 30 Flüchtlinge zurück. Im September waren es insgesamt 400. Die meisten bauen neue Zelte auf der verbrannten Erde von Moria auf. So sieht die EU-Asylpolitik aus.

 

Wird fortgesetzt!

 

Hier geht es zum ersten Teil des Berichts!

 

Hier geht es zur Petition "Corona: Flüchtlinge aus Hotspots retten - Abschiebung stoppen - SOFORT

 

Hier gibt es das Buch "Free Moria!" zu kaufen

 

Hier geht es zum Inhalt der Broschüre der MLPD "Bürgerliche Flüchtlingspolitik in der Krise"