Lesbos / Griechenland
Das ist die Flüchtlingspolitik der EU!
Jordanis Georgiou von der Solidaritäts- und Hilfsorganisation Solidarität International überbringt einen Bericht von Michalis Aiwaliotis von der Selbstorganisation der Bewohner von Lesbos, OXI. "Rote Fahne News" dokumentiert den Bericht.
Aktuell sind im neuen Camp Kara Tepe 9398 Flüchtlinge untergebracht. Alle wurden getestet. 243 waren positiv und werden in extra dafür aufgestellten Zelten in Quarantäne untergebracht. Was aber nicht heißt, dass das Lager sicher ist. Denn 2334 Kinder unter zehn Jahren wurden nicht getestet.
Das Camp, sagen die Flüchtlinge, hat Vorteile und Nachteile. Als Vorteil sehen alle, dass sie Zugang zum Meer haben. Und die Frauen und Kinder fühlen sich sicher - durch die Polizei, die im Lager ist. Seitdem gab es keine Vergewaltigungen an Mädchen und Frauen und die Kinder werden nicht, wie in Moria, für kriminelle Zwecke missbraucht. Die Zelte sind auf dem Erdboden aufgeschlagen worden. Noch ist es nicht kalt. Hier gibt es kein Holz zum Feuer machen. In Moria konnten sie in den Wäldern selber Holz sammeln – zum Heizen und fürs Essen kochen.
Essen gibt es nur einmal pro Tag. Die Qualität ist nicht gut. Deshalb sind wir dran, dass die Familien selber die Möglichkeit zum Kochen bekommen. Außerdem sind wir dran, dass in großen Zelten Kochmöglichkeiten aufgebaut werden, und wir arbeiten daran Reis, Gemüse Salz usw. zu organisieren und zu verteilen. Es geht nicht, dass die Kinder nur einmal etwas zu essen bekommen.
Es gibt chemische Toiletten und Duschen. Das reicht aber bei weitem nicht aus - vor allem bei den Duschen nicht. Hier haben wir vor, einen LKW mit aufgesetzten Duschkabinen drauf zu besorgen, der auch zwei bis drei Mal mal am Tag frisches Wasser holt.
Wird fortgesetzt!
Hier geht es zur Petition "Corona: Flüchtlinge aus Hotspots retten - Abschiebung stoppen - SOFORT
Hier gibt es das Buch "Free Moria!" zu kaufen
Hier geht es zum Inhalt der Broschüre der MLPD "Bürgerliche Flüchtlingspolitik in der Krise"