Haus der Solidarität
Wir haben Unterkünfte für Flüchtlinge aus Moria
Dagmar Kolkmann-Lutz, die Hausleiterin des Ferienparks Thüringer Wald, und Dr. Walter Grein, Geschäftsführer des Ferienparks, haben einen offenen Brief veröffentlicht.
Wir sind entsetzt über die Zuspitzung in den Lagern auf den griechischen Inseln, insbesondere die zunehmenden Corona-Fälle und den Brand im Flüchtlingslager Moria auf Lesbos (Griechenland) in der Nacht vom 8. auf den 9. September. …
Wie lange will man die Menschen noch in einer unmenschlichen Situation ohne ausreichende Hilfe lassen? Eine Aufnahme in Deutschland von gerade mal 900 Menschen wurde vor dem Brand von der deutschen Regierung zugesagt, obwohl 150 Gemeinden und zig Organisationen in ganz Deutschland zur Aufnahme bereit sind. Zu Recht wird Bundesinnenminister Horst Seehofer kritisiert, der vorschlägt, dass eine europäische Lösung nötig sei, keine nationalen Alleingänge, und der damit der Thüringer Landesregierung eine höhere Anzahl von Flüchtlingen aus Griechenland untersagt hat. Aber warum soll in so einer Frage nicht eine Gemeinde, ein Bundesland oder Land entscheiden dürfen? Diese Hin– und Herschieberei ist einfach unmenschlich und riskiert das Leben von Tausenden Menschen.
Unsere Solidarität und Unterstützung geht unter anderem an Michaelis Aiwaliotis, Partner des Solidaritätspakts zwischen der Solidaritäts- und Hilfsorganisation Solidarität International und der Organisation Oxi, die aus Einheimischen auf Lesbos besteht. Oxi praktiziert eine gegenseitige Hilfe der Flüchtlinge und Bevölkerung. Mit dreizehn Nähmaschinen und Stoff, gespendet von Solidarität International, wurde fieberhaft daran gearbeitet, die Menschen im Lager mit Masken zu versorgen.
Im Rahmen dieses Solidaritätspakts haben wir sofort Unterkünfte im Ferienpark Thüringer Wald angeboten, aber bisher nicht eine Zuweisung bekommen. Diese Zusage wird hiermit erneuert.
Evakuierung der Lager jetzt – sofort und vollständig, statt die Menschen in das ausgebrannte Lager zurückzuschicken.