Bericht aus Moria

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Polizei geht mit Tränengas auf Jugendliche los

Gegen 15 Uhr war die Demostration heute beendet. Die Polizei hat sich gezielt eine Gruppe Jugendliche ausgesucht und ist mit Tränengas gegen sie vorgegangen. Es kamen zwei Krankenwagen; zwei Jugendliche wurden behandelt.

Bericht aus Moria
Polizei geht mit Tränengas auf Jugendliche los
Selbstbewusste Demonstration der Flüchtlinge von Moria

Die Parolen waren dieselben wie gestern. "Freiheit!" Immer wieder: "Wir wollen frei leben", "Wir brauchen kein zweites Moria mit Zelten".

 

Über Nacht hat die Armee eine Zeltstadt auf dem Schießübungsplatz eines Militärgeländes aufgebaut. Es soll auch Strom und Wasser geben. Faschisten grölen durch die Stadt und schreien: „Unsere Soldaten sind da, um uns vor den Türken zu schützen und nicht, um Zelte zu bauen."

 

Dieses Lager soll provisorisch sein, bis mit Geldern der EU ein neues aufgebaut wird. Von der Kommune fahren Fahrzeuge mit Lautsprechern und sagen, dass dieses Lager provisorisch und für die Flüchtlinge ist. "Nutzt es, es gibt Wasser und Strom und Essen. Ihr müsst nicht auf der Straße schlafen."

 

Die Angst in der Bevölkerung ist sehr groß. Die 35 Infizierten, die unter Quarantäne waren, melden sich nicht und bewegen sich unter den anderen 12.000. Eine junge Frau aus Afghanistan mit einem 20 Tage alten Baby wurde ins Krankenhaus gebracht und beide sind positiv. Das Baby hat Atmungsprobleme. Solche Meldungen sind es, die verhindern sollen, sich mit den Flüchtlingen zu solidarisieren.